Prepaid-Karten: Bei Inaktivität droht die Abschaltung

Mehrere Mobilfunk-Discounter verlangen aktive Karten-Nutzung in AGB

06. Februar 2014

Mobilfunk-Prepaid-Kunden, die ihre Karte nicht nutzen, können bald abgeschaltet werden. Zumindest betrifft es die Kunden mehrere Marken im E-Plus Netz. Mehrere Prepaid-Anbieter haben in den letzten Wochen ihre Allgemeine Geschäftsbedingungen geändert und behalten sich jetzt vor, inaktive SIM-Karten künftig abzuschalten.

Beim Mobilfunk-Discounter simyo gelten die neuen AGB bereits seit dem 09.01.2014. Auch weitre E-Plus Marken wie Ortel Mobile (seit 07.01.2014), blau.de (seit 01.02.2014), BASE (seit 01.01.2014) und auch die von blau Mobilfunk betriebene Marke NettoKom haben die neuen Regeln eingeführt. Demnach können die Mobilfunkanbieter die Prepaid-Karte kündigen, wenn die Kunden »in einem Zeitraum von mindestens 3 aufeinanderfolgenden Monaten vollständig inaktiv« sind.

Die »vollständige Inaktivität« definieren alle Anbieter gleich: Laut AGB diese liegt dann vor, wann die Kunden der jeweiligen Prepaid-Karte »nicht mindestens einmal anruft oder angerufen wird oder SMS versendet oder empfängt oder Daten überträgt oder empfängt«. Gleichzeitig zählen Anrufe und Kurzmitteilungen seitens des Mobilfunkanbieters selbst nicht zu diesen Aktivitäten.

Diese neue Regelung trifft insbesondere die Nutzer, die eine Prepaid-Karte der betroffenen Anbieter nur selten nutzen und sie eher in einer Schublade liegen haben. die Mobilfunkanbieter behalten sich also vor, die Prepaid-Karte auch unabhängig von Guthaben-Aufladung abzuschalten. Bisher reichte ein Aufladen des Guthabens aus, damit die Karte weiterhin aktiv bleibt. Gleichzeitig können die Kunden ihre Prepaid-Karten auch mit einem für sie kostenlosen eingehenden Anruf oder SMS am Leben erhalten. Da die aktuellen AGB auch keine weiteren Einschränkungen beinhalten, sollen auch kostenfreie Telefonate, wie beispielsweise Anrufe zur eigenen Mailbox oder zu kostenlosen 0800-Rufnummern ausreichen.

Inaktive Prepaid-Karten waren schon immer unbeliebt bei den Mobilfunkanbietern. Denn eine nicht aktiv genutzte Karte muss dennoch im System verwaltet und die Rufnummer reserviert werden. Bei einer größeren Anzahl von Kunden, die ihre Prepaidkarte nicht nutzen, entstehen so spürbare Kosten. Die bisher häufigste Regelung war, dass das Guthaben mindestens einmal im Jahr aufgeladen werden muss, sonst würde die Karte deaktiviert. Einige Mobilfunkanbieter verlangen bei einem geringen Umsatz von beispielsweise weniger als 6 Euro innerhalb von 3 Monaten eine monatliche Grundgebühr von 1,- Euro.

Übrigens, Kunden von Aldi Talk sind nicht betroffen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Mobilfunk-Marke beinhalten die neue Regelung (noch) nicht.

 
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