Bundesnetzagentur: Nur 16 Prozent erreichen die volle Bandbreite

Ergebnisse der zweiten Messkampagne veröffentlicht

10. Juni 2014

Die Bundesnetzagentur hat ihren Abschlussbericht über die Dienste-Qualität von Breitbandzugängen veröffentlicht. Mit mehreren Messkampagnen hatte die Behörde untersucht, wie die von ihren Anbietern in Aussicht gestellte und die tatsächliche Datenübertragungsrate voneinander abweichen.

Bundesnetzagentur

In vielen Telekommunikationsverträgen werden heute keine festen Datenübertragungsraten garantiert, sondern nur Geschwindigkeiten »bis zu« einer bestimmten Grenze versprochen. Die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit weicht jedoch oft von diesem Wert ab. So können Kunden, die einen DSL-Anschluss mit »bis zu 16 MBit/s« bestellen in Wirklichkeit nur 8 MBit/s erhalten.

Die Bundesnetzagentur hat vom 1. Juli bis 31. Dezember 2013 erneut eine bundesweite Messkampagne durchgeführt, bei der Internetnutzer auf der Internetseite www.initiative-netzqualitaet.de die Geschwindigkeit ihres breitbandigen Internetzugangs überprüfen konnten. Bereits im Jahr 2012 hatte die Bundesnetzagentur eine derartige Kampagne durchgeführt und deren Ergebnisse im April 2013 veröffentlicht. Mit der neuen Messkampagne wollte die Bundesnetzagentur feststellen, inwieweit sich Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr ergeben haben.

In der Studie 2013 hat die Bundesnetzagentur 375.412 Messungen erfasst. Davon gingen 153.216 Einzelmessungen als valide Ergebnisse in die Auswertung ein. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Werte demnach leicht verbessert. »Zwar wird die in Aussicht gestellte "bis zu"- Datenübertragungsrate weiterhin oft nicht erreicht, viele Werte haben sich aber leicht verbessert«, resümiert Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann.

So haben im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres 77,1 Prozent mindestens die Hälfte der vermarkteten Datenübertragungsrate erreicht. Im Jahr 2012 waren es noch 69,2 Prozent. Der Anteil der Benutzer, die die volle vermarktete Datenübertragungsrate oder mehr erreichten, nahm hingegen mit 15,9 Prozent in 2013 gegenüber 19,5 Prozent im Jahr zuvor leicht ab.

Die größten Abweichungen sind, wie auch ein Jahr zuvor, in der obersten Bandbreiteklasse gemessen worden, also im Bereich 50 bis 100 MBit/s für Kabelanschlüsse bzw. 25 bis 50 MBit/s für LTE-Anschlüsse bzw. 8 bis 18 MBit/s für DSL-Anschlüsse. Ebenso gibt es Unterschiede je nach Technologie des Breitband-Anschlusses, also zwischen Kabel-, DSL- und LTE-Zugängen. Während bei Kabel-Anschlüssen 86,7 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vermarkteten Datenübertragungsrate erreichen (2012: 78,1 Prozent), sieht es bei LTE deutlich schlechter aus. hier erreichten 2013 nur 57,4 Prozent der Nutzer die Hälfte der vermarkteten Datenübertragungsrate (2012: 55,6 Prozent). Der Anteil der Nutzer, die bei LTE mindestens die volle vermarktete Datenübertragungsrate erreichten, sank dagegen um mehr als 6 Prozentpunkte von 20,9 Prozent im Jahr 2012 auf 14,5 Prozent in 2013. Alle Ergebnisse der Messstudie hat die Bundesnetzagentur auf ihrer Internetseite www.bundesnetzagentur.de/qualitaetsstudie veröffentlicht.

Die Bundesnetzagentur plant, parallel zum vorliegenden Entwurf einer Transparenzverordnung, solche Messkamapgnen regelmäßig durchzuführen. Das ständig nutzbare Endkundenmesssystem soll sowohl für Fest- als auch für Mobilfunkanschlüsse nutzbar sein.

Foto: tarif4you.de

 
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