Bundesnetzagentur: Zulassungsverfahren zur Frequenzversteigerung eröffnet

98 Prozent der Haushalte sollen mit Breitband versorgt werden

29. Januar 2015

Die Bundesnetzagentur hat ihre Entscheidung zur Vergabe der Mobilfunkfrequenzen bekannt gegeben. Damit wurden auch Regeln der Auktion festgelegt und das Zulassungsverfahren für alle interessierten Unternehmen eröffnet. Die Frequenz-Auktion soll im zweiten Quartal dieses Jahres stattfinden.

Bei der Vergabe der Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur werden Mobilfunkfrequenzen versteigert, deren Laufzeit endet, sowie Rundfunkfrequenzen, die durch die Umstellung auf die Digitaltechnik frei werden. Die Erlöse aus der Auktion sollen in den Breitbandausbau fließen.

Bundesnetzagentur
Eingang zum Gebäude der Bundesnetzagentur in Bonn (Foto: tarif4you.de)

Durch die Umstellung der Rundfunkausstrahlung auf DVB-T2 können die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich im Umfang von 2 x 30 Megahertz ab 2017 schrittweise für mobiles Breitband genutzt werden, so die Bundesnetzagentur. Diese Frequenzen ermöglichen mit relativ wenigen Funkstationen den Netzausbau insbesondere in Regionen, die bisher auf schnelles Internet verzichten müssen. Sie werden gemeinsam mit den Frequenzen in den Bereichen 900- und 1800-Megahertz versteigert, deren Nutzungsrechte Ende 2016 auslaufen.

»Als erstes Land in Europa wollen wir auch die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich hierfür vergeben«, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. »Insbesondere die frühzeitige Vergabe dieser Frequenzen soll im ländlichen Raum die Breitbandversorgung im Wettbewerb der Anbieter spürbar verbessern«.

Auch soll mit der neuen Vergabe der Mobilfunkfrequenzen die Grundlage für den nächsten Schritt im Mobilfunk, LTE-Advanced, gelegt werden. Mit diesem Standard werden Übertragungsraten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde möglich. In wenigen Jahren könnte dann der als 5G bezeichnete LTE-Nachfolgestandard diese Frequenzen ebenfalls nutzen.

Zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung sieht die Entscheidung vor, dass die bestehenden Netzbetreiber jeweils eine flächendeckende Breitbandversorgung von mindestens 97 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland und 98 Prozent der Haushalte bundesweit sicherstellen. Dabei sind Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) pro Antennensektor zu erreichen. Den Haushalten sollen im Wettbewerb der Anbieter in der Regel Übertragungsraten von 10 Megabit pro Sekunde zur Verfügung gestellt werden. Auch ist die Versorgung mit mobilem Breitband entlang der Bundesautobahnen und der ICE-Strecken sicherzustellen. Neueinsteiger unterliegen diesen Auflagen nicht.

Unternehmen die an der Versteigerung teilnehmen wollen, können bis zum 6. März 2015 Zulassungsanträge stellen. Die Durchführung der Auktion ist Mai/Juni 2015 in Mainz vorgesehen.

Der Digitalverband BITKOM begrüßt die Entscheidung des Beirats der Bundesnetzagentur, bei der Versteigerung der 700 MHz-Frequenzen eine breite Versorgung der Bevölkerung mit schnellem Internet sicherzustellen. »Damit schaffen wir die Voraussetzung für die nötige Digitalisierung unserer Industrie sowie für Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren und ermöglichen zugleich jedem eine bessere mobile Internetnutzung«, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. »Hierzu wird auch die flächendeckende Versorgung mit mobilem Internet entlang der Autobahnen und ICE-Trassen beitragen«.

 
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