eSIM: Programmierbare SIM-Karte soll 2016 kommen

Deutsche Telekom will eSIM für vernetzte Geräte etablieren

13. November 2015

Die SIM-Karte soll durch die so genannte eSIM (»embedded SIM«) abgelöst werden. Statt der Plastik-Karte, welche die Nutzer in ihrem Gerät austauschen können, soll die eSIM fest ins Gerät eingebaut sein. Die Daten, etwa Informationen über das Profil des Nutzers im Mobilfunknetz, können dann von Außen programmiert werden. Die Deutsche Telekom hat jetzt genaue Informationen und Pläne zu eSIM bekannt gegeben.

eSIM - die eingebettete SIM-Karte
»Die Zukunft spricht eSIM« (Bild: Deutsche Telekom)

Die Embedded SIM, also fest im Gerät verbaute SIM-Karte, ist bereits länger im Gespräch. Bereits zum Mobile World Congress im Februar verkündete die Telekom, dass die eSIM in den kommenden zwei Jahren durchstarten wird. Die Technik ist insbesondere für Geräte interessant, welche die herkömmlichen SIM-Karte nicht (immer) aufnehmen können, etwa Wearables wie zum Beispiel Smartwatches und Fitnessarmbänder. Und immer mehre Gegenstände, zum Beispiel auch Kleidung, sollen in Zukunft mit einem Internetzugang ausgerüstet werden können. Also beteiligt sich die Deutsche Telekom nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren in internationalen Gremien an der Erarbeitung eines offenen eSIM Standards.

Zuletzt haben Apple und Samsung für eSIM ausgesprochen. Erste Geräte der beiden Hersteller unterstützen bereits eSIM, was bei manchen Mobilfunkanbietern zunächst für Unruhe sorgte. Aktuell arbeiten Geräte-Hersteller, Mobilfunkanbieter und SIM-Karten-Hersteller zusammen mit der Mobilfunkbetreibervereinigung GSMA an einer Standardisierung der eSIM. Der neue Standard wird bereits 2016 erwartet. Nach 25 Jahren ihres Bestehens soll die klassische SIM-Karte also vom Markt verschwinden.

Die eSIM soll einige Vorteile für die Nutzer bringen. Statt der Plastik-Karte werden alle notwendigen Informationen auf dem Chip im Gerät gespeichert. Diese Informationen können dann von Außen programmiert werden. Will der Kunde zum Beispiel zu einem anderen Mobilfunkanbieter wechseln, wird er mit eSIM keine Plastikkarte mehr im Gerät tauschen müssen - die Daten können dann zum Beispiel per Funk auf das Gerät übertragen werden. Die Deutsche Telekom hat auch eine Lösung gezeigt, dass die Kunden per einscannen von QR-Codes die Programmierung der eSIM ändern können. Auch die Aktivierung eines neues Mobilfunkvertrags soll mit eSIM einfacher werden. Zudem sollen Kunden mehrere Geräte in einem Vertrag einfacher verwalten können.

Für die Mobilfunkanbieter bedeutet der einfachere und schnelle Anbieterwechse durch die Einführung der eSIM auch eine Herausforderungen. So werden die Kunden noch mehr die Leistungen und die Preise vergleichen. Auch die Netzqualität wird verstärkt eine Rolle spielen, so die Telekom.

Die Deutsche Telekom ist überzeugt, dass der neue eSIM Standard ab 2016 in den Markt kommt und sich dann ab 2017 richtig durchsetzt, schreibt das Unternehmen in seinem Blog. Dazu soll allerdings auch die Netzinfrastruktur angepasst werden. Auch wird ein Austausch alle SIM-Karten gleichzeitig nicht möglich sein. Daher werden anfangs Hybridlösungen aus eSIM und Plastikkarte exisitieren, so die Telekom. In zehn Jahren soll es laut Unternehmen keine Plastik-SIM mehr geben.

 
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