Fast jeder dritte Mobilfunkvertrag ist älter als drei Jahre

Studie: Handy-Nutzer zahlen oft zu viel

08. Juni 2017

29 Prozent der Deutschen nutzen einen Mobilfunkvertrag, der älter als drei Jahre ist. Damit zahlt jeder dritte Mobilfunknutzer in Deutschland wahrscheinlich zu viel. Denn wer heute einen Vertrag abschließt, bekommt in der Regel gleiche oder sogar bessere Leistungen zu weitaus günstigeren Konditionen als bei vergleichbaren älteren Verträgen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Verbraucherportals Finanztip.


(Bild: iStockphoto.com/ponsulak)

Laut Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland mehr als 131 Millionen Mobilfunkverträge. Doch nicht alle Nutzer telefonieren oder surfen zum besten Preis. Denn bei älteren Mobilfunkverträgen gab es noch weniger Leistung als heute zum gleichen Preis. Die Studienmacher erklären beispielhaft, dass eine Allnet-Flat im O2-Netz »mit ordentlichem Datenvolumen« heute schon für weniger als 10 Euro zu haben sei. »Ein Musterkunde, der vor drei Jahren einen ähnlichen Vertrag abgeschlossen hat, zahlt mehr als doppelt so viel«, erklärt Daniel Pöhler, Mobilfunk-Experte bei Finanztip. Ähnliche Effekte gäbe es auch für Allnet-Flat Tarife mit LTE im D-Netz.

Mobilfunkkunden sollen ihren Tarif regelmäßig überprüfen und Konditionen vergleichen - spätestens nach zwei Jahren. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es bereits andere günstigere Tarife mit einer gleicher Leistung oder preislich vergleichbare Angebote mit mehr Leistung auf dem Markt gibt. Manchmal kann auch eine Kündigung helfen, ein günstigeres Angebot bei gleichen Anbieter zu bekommen. »Die meisten Mobilfunkanbieter machen erst ein günstigeres Angebot, wenn der Kunde kündigt oder zumindest mit der Kündigung droht. Wer selbst dann kein besseres Angebot bekommt, sollte zu einem anderen Anbieter wechseln«, so der Finanztip.

Gerade ältere Kunden bleiben länger im selben Vertrag, verrät die Studie. Von den Über-60-Jährigen habe deutlich mehr als die Hälfte (59 Prozent) ihren Vertrag vor mehr als zwei Jahren abgeschlossen.

Kunden sollten am besten jetzt schon über einen Tarifwechsel nachdenken. Denn weitere Preissenkungen erwarten die Studienmacher nicht. Die Preise können künftig sogar steigen. Dafür gäbe es gleich zwei Gründe: Durch die Abschaffung der Roaming-Gebühren entstehen den Anbietern zusätzliche Kosten, die auf die Kunden umgelegt werden könnten. Und auch Übernahmen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt können für höhere Preise sorgen, da die bisher preisaggressivsten Anbieter aufgekauft wurden. So hat Telefónica bekanntlich E-Plus übernommen. Und Drillisch steht vor Übernahme durch United Internet (1&1).

 
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