Datenautomatik

Immer mehr Mobilfunktarife werden mit der so genanten Datenautomatik angeboten. Ist das im Tarif enthaltene Datenvolumen verbraucht, wird der Zugang nicht, wie sonst üblich, gedrosselt und kann ohne weitere Kosten genutzt werden. Stattdessen erhalten Kunden zunächst automatisch zusätzliches Datenvolumen mit voller Geschwindigkeit.

Was sich zunächst wir ein zusätzlicher Service anhört, ist gleichzeitig eine Kostenfalle für die Nutzer, denn das zusätzliche Datenvolumen wird automatisch und kostenpflichtig gebucht. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie die Datenautomatik funktioniert, welche Mehrkosten auf Sie zukommen und wie Sie die Datenautomatik deaktivieren können.

Was ist die Datenautomatik

Bisher war in allen Mobilfunktarifen beim Erreichen der Volumengrenze eine Drosselung der Geschwindigkeit vorgesehen. Damit konnten die Kunden ohne zusätzliche Kosten, wenn auch deutlich langsamer, weiter mobil im Internet surfen. Da hierbei zumindest die Kosten unverändert bleiben, werden diese Tarifmodelle auch als Flatrate bezeichnet. Bei der Datenautomatik gilt dagegen: Sobald das im jeweiligen Tarif enthaltende Datenvolumen in einem Kalendermonat zu 100% ausgeschöpft ist, wird zusätzliches Datenvolumen nachgebucht, und zwar kostenpflichtig.

Stand 2015 ist es üblich, dass die Datenautomatik maximal drei mal innerhalb eines Monats greift. Dabei werden zum Beispiel jeweils 100 MB zu für 2 Euro gebucht. Je nach Anbieter und Tarif können Volumenpakete und Preise sich jedoch unterscheiden und liegen zwischen 50 MB und 750 MB und Preisen zwischen 1,50 Euro und 5 Euro pro Buchung. Erst nachdem die Datenautomatik drei Mal das Datenvolumen erweitert hat, werden Datenverbindungen gedrosselt und es fallen keine weiteren Kosten an. Kunden sollen über jede automatische Erweiterung des Datenvolumens per SMS informiert werden.

Bei BASE und o2 sollen die Nutzer zusätzlich aufpassen: Wer drei Monate in Folge je drei Upgrades verbraucht hat, erhält automatisch ein (wieder kostenpflichtiges) Daten-Upgrade für mehr Datenvolumen.

BASE Datenautomatik Erklärung
BASE erklärt das Prinzip der Datenautomatik (Screenshot: base.de)

Geschichte

Als erster Anbieter in Deutschland hat BASE die Datenautomatik in Sommer 2014 eingeführt. Damals wurden die Smartphone-Tarife zum ersten Mal als reine Volumen-Tarife vermarktet. Daraufhin hat die Verbraucherzentrale NRW den Mobilfunkanbieter abgemahnt. Die Datenautomatik wäre automatisch eingeschaltet und die Kunden hätten keine Wahlmöglichkeit, kritisierten die Verbraucherschützer. Daraufhin hat E-Plus auch die Möglichkeit eingeführt, dass Kunden die Datenautomatik auch abbestellen können.

Mit den neuen RED-Tarifen ab Oktober 2014 bietet auch Vodafone die Datenautomatik an. Die zugehörige Option wird als »SpeedGo« vermarktet.

Seit Anfang 2015 ist die Datenautomatik auch in o2 Blue Tarifen enthalten. Später im Laufe des Jahres haben auch mehrere Mobilfunkanbieter im o2-Netz ebenfalls neue Mobilfunk-Tarife mit Datenautomatik gestartet, wie zum Beispiel verschiedene Mobilfunkmarken aus dem Hause Drilsch wie smartmobil, winSIM, McSIM und simply. Ein automatisches Tarifupgrade wie bei BASE oder o2 gibt es bei den Drillisch-Marken allerdings nicht.

Datenautomatik deaktivieren

Die Datenautomatik ist bei den betroffenen Tarifen automatisch aktiviert. Wer die Mehrkosten vermeiden möchte, sollte einerseits auf seinen Datenvolumen-Verbrauch achten und ggf. eine Surf-Option mit mehr Highspeed-Volumen wählen. Andererseits können Kunden die Datenautomatik gleich deaktivieren.

BASE hat eine spezielle »Daten-Automatik-Hotline« eingerichtet. Kunden erreichen diese aus dem BASE-Netz über die Kurzwahl 127 1400 bzw. aus anderen Netzen und aus dem Ausland über die +49 177 127 1400.

Vodafone-Kunden erhalten zunächst eine SMS, wenn sie 90 Prozent des Highspeed-Datenvolumens verbraucht haben. Wenn sie keine zusätzliche kostenpflichtige Datenpakete wünschen, sollen sie mit dem Wort »Langsam« auf diese SMS antworten. Dann wird die Surf-Geschwindigkeit beim Erreichen der Datenvolumen-Grenze gedrosselt und es fallen keine weiteren Kosten an. Wird keine Antwort per SMS an Vodafone verschickt, greift die Datenautomatik ein und Kunden erhalten bis zu drei Mal in einem Abrechnungszeitraum jeweils 250 MB für je 3 Euro. Eine dauerhafte Abschaltung der Datenautomatik ist allerdings nicht möglich.

Bei o2 können Kunden die Datenautomatik über die reguläre Kunden-Hotline deaktivieren.

Kunden der Drillisch-Marken können die Datenautomatik nach Freischaltung des Tarifs schriftlich, telefonisch oder in der persönlichen Servicewelt deaktivieren. Es gelten folgende Hotline-Rufnummern:

  • Smartmobil: 06181-783030
  • winSIM: 06181-7083094
  • McSIM: 06181-7083060
  • maXXim: 06181-7083020
  • DeutschlandSIM: 06181-7083093
  • helloMobil: 06181-7083025

Anders als bei regulären Tarifen, lässt sich die Datenautomatik bie einigen Aktionstarifen einiger Drillisch-Marken nicht abschalten. Im Kleingedruckten steht dann: »Die Datenautomatik ist fester Tarifbestandteil«. Beim Buchen von Aktionstarifen empfehlen wir auf jeden Fall auf die genauen Bedingungen zu achten.

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