Bundesnetzagentur veröffentlicht Jahresbericht zur Breitbandmessung

Insgesamt keine Verbesserungen gegenüber den Vorjahren

13. März 2019

Die Bundesnetzagentur hat am Mittwoch zum dritten Mal detaillierte Ergebnisse ihrer Breitbandmessung veröffentlicht. Dabei kritisiert die Behörde, dass sich immer noch wenige Veränderungen zeigen würden. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden erneut oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Es gäbe also nach wie vor Handlungsbedarf.

Breitbandmessung Website
Bundesnetzagentur veröffentlicht Bericht 2016/2017 zur Breitbandmessung (Screenshot: www.breitbandmessung.de)

Ergebnisse im Festnetz

Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download 71,3 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate; bei 12,8 Prozent der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind die Werte annähernd gleich geblieben - 2016/2017: 71,6 Prozent der Nutzer erhielten mindestens die Hälfte, 12 Prozent mindestens die volle vereinbarte maximale Datenübertragungsrate.

Je nach Bandbreiteklasse erreichten 4,1 bis 24,8 Prozent der Endkunden 100 Prozent und mehr der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Der niedrigste Wert wurde weiterhin in der überwiegend von ADSL-Anschlüssen geprägten Bandbreiteklasse von 8 bis kleiner 18 MBit/s erzielt. Auch zwischen den Anbietern gab es mit Blick auf das Erreichen der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate Unterschiede. Im Tagesverlauf fiel erneut insbesondere in der Bandbreiteklasse 200 bis kleiner 500 MBit/s die Leistung in der abendlichen Peak-Zeit stark ab.

Im Vorfeld der Messung wurde die Kundenzufriedenheit abgefragt. Der Anteil der Kunden, der mit der Leistung des Anbieters zufrieden und diese mit »sehr gut«, »gut« oder »zufriedenstellend« bewerteten, ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 62 Prozent leicht rückläufig (2016/2017: 64,2 Prozent). Weiterhin zeige sich, dass zufriedene Endkunden einen besseren Verhältniswert der tatsächlichen gemessenen Datenübertragungsrate im Vergleich zur vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate erzielen, so die bundesnetzagentur weiter.

Ergebnisse im Mobilfunk

Bei den mobilen Breitbandanschlüssen lag das Verhältnis zwischen tatsächlicher und vereinbarter maximaler Datenübertragungsrate wieder unter dem von stationären Anschlüssen. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download 16,1 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate; bei 1,5 Prozent der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind die erreichten Werte weiterhin rückläufig - 2016/2017 erhielten 18,6 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte, 1,6 Prozent die volle vereinbarte geschätzte maximale Datenübertragungsrate und mehr.

Insbesondere in höheren Bandbreiteklassen wurden tendenziell niedrigere Prozentwerte erreicht. Auch bei einzelnen Anbietern haben sich die Werte im Vorjahresvergleich nach unten verschoben. Die Verschlechterungen sind unter anderem auf tarifliche Anpassungen zurückzuführen. So haben einige Anbieter die vertraglich in Aussicht gestellten maximalen Datenübertragungsraten erhöht. Zwar nehmen die gemessenen Datenübertragungsraten zu, allerdings nicht im gleichen Maße wie die vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsraten. Daraus ergibt sich ein reduzierter Verhältniswert, erklärt die Bundesnetzagentur.

Dessen ungeachtet bewerteten bei mobilen Breitbandanschlüssen Endkunden die Anbieter weit überwiegend mit den Noten »sehr gut«, »gut« oder »zufriedenstellend«, wobei der Anteil mit 74,7 Prozent abermals rückläufig ist (2016/2017: 76,6 Prozent). Endkunden bewerteten bei mobilen Breitbandanschlüssen somit eher die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance als das Erreichen der in Aussicht gestellten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate.

Messungen lassen keine Rückschlüsse auf Breitbandversorgung zu

Die Ergebnisse der Breitbandmessung hängen davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter vereinbart hat. Insofern können auf der Grundlage der Breitbandmessung keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten getroffen werden, weist die Bundesnetzagentur hin.

Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018. Für stationäre Breitbandanschlüsse wurden 900.579 und für mobile Breitbandanschlüsse 384.999 valide Messungen berücksichtigt, heißt es in der Mitteilung der Bundesnetzagentur. Wer den vollständigen Bericht lesen möchte, findet diesen unter www.bundesnetzagentur.de/breitbandmessung.

 
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