Daten-Stau: Videostreaming macht dem Internet zu schaffen

Schnellere Tarife oder schnellere Netze?

27. Juni 2014

Breitband-Internetverbindungen sind in der heutigen Zeit populärer als je zuvor. Ob via DSL, Kabelanschluss oder mobil per UMTS oder LTE - die Internet-Nutzer sind es inzwischen gewohnt, dass es zügig geht, wenn sie Websites aufrufen, Downloads tätigen oder sich Videos ansehen. Genau Letzteres wird jedoch zunehmend zum Flaschenhals des Webs, wie es unter anderem in einer Untersuchung des Frauenhofer Heinrich-Hertz-Instituts heißt.

Hoch-auflösende Videos erfordern viel Bandbreite

Videostreaming

Immer mehr Streaming-Angebote »überfluten« den Markt und Portale wie YouTube, MyVideo oder Dailymotion erfreuen sich immer größerer Nutzerzahlen. Hinzu kommt, dass viele Verbraucher auch via TV / Set-Top-Box streamen. Dabei gilt es zu berücksichtigten, dass Videos (insbesondere hoch-auflösende im Full-HD oder HD+ Format) immense Mengen an Traffic beanspruchen und somit die Bandbreite des eigenen Internetanschlusses sowie der Web-Intrastruktur generell enorm belasten. Video-Streaming ist dabei nur ein Beispiel für das Ausweichen eines Mediums (in diesem Fall das klassische Fernsehen) auf das Internet. Andere Beispiele wären IP-Telefonie oder Web-Radio.

Flaschenhals Nr. 1: Die eigene Internet-Anbindung

Heutzutage passiert in vielen Haushalten mehr via Web als irgendwo sonst. Hier eine beispielhafte Aufzählung, was die eigene Internetanbindung zuhause, oftmals gleichzeitig, bewältigen muss:

  • Verwalten verschiedener Endgeräte (PC, Tablet, Smartphones via WLAN), die allesamt auf das Internet zugreifen,
  • Gewöhnliches Surfen im Web,
  • Web-Radio / Musikstreaming,
  • Downloads,
  • Spiele,
  • und in vielen Fällen eben zusätzlich noch Videostreaming.

Von daher kann es durchaus vorkommen, dass ein gleichzeitig Videostreaming während der Nutzung anderer Dienste zu Engpässen beim Traffic führt. Abhilfe kann da ein neuer Tarif mit höherer Bandbreite verschaffen. Entsprechende Konditionsvergleiche können auf zahlreichen Portalen, beispielsweise unter anbieter-vergleichen.de durchgeführt werden.

Flaschenhals Nr. 2: Die allgemeine Infrastruktur

Was man daheim oft durch einen Anbieterwechsel Lösen kann, bereitet den Betreibern der allgemeinen Infrastruktur für das World Wide Web weit größeres Kopfzerbrechen. Wenn alle User ihre Bandbreite durch Daten-intensive Dienste wie Videostreaming voll ausschöpfen, steht das Internet vor dem Kollaps. Laut vieler Experten ist das derzeitige WWW nur bedingt für den aktuell vorhandenen Videotraffic ausgelegt. Eine rasante Zunahme von Endkunden die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen trägt also nicht gerade positiv zur Netzstabilität bei.

Laut dem Frauenhofer Institut liegt der Video-Anteil des weltweiten Datentraffics bereits bei etwa 50 Prozent, Tendenz steigend. Abhilfe verschaffen kann man dabei nur in zwei Bereichen:

  1. Durch den weiteren Ausbau der Netze.
  2. Durch eine Minimierung des Traffics mittels Kompressionsstandards und Übertragungsverfahren.

Neuartige Videokompressions-Standards könnten die zukünftigen Probleme im Rahmen halten und für eine Eindämmung des Video-Traffics sorgen. Auch könnte die Datenübertragung - sowohl mobil als auch Kabel-gebunden - noch effizienter gestaltet werden. Hierzu bedarf es allerdings eines gemeinsamen Kraftakts vieler Provider.

Weiterhin ist natürlich auch der Ausbau der Netze sowohl bei den Providern als auch in der Politik ein großes Thema. Neben dem auch von der Politik geforderten Breitbandausbau, vor allem auf dem Land, fordern Unternehmensverbände, dass auch mobiles Breitband, etwa mit der Nutzung der Digitalen Dividende II, konsequent vorangetrieben werden soll.

Bild: iStockphoto.com/PashaIgnatov

 
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