Zahl der verschickten SMS sinkt um 40 Prozent

Nur 22,5 Milliarden Kurznachrichten in 2014

08. Mai 2015

Die Zahl der in Deutschland verschickten Kurznachrichten ist das zweite Jahr in Folge deutlich gesunken – von 37,9 Milliarden im Jahr 2013 auf 22,5 Milliarden im Jahr 2014. Das entspricht einem Minus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das teilt der Digitalverband BITKOM auf Basis aktueller Zahlen der Bundesnetzagentur mit.

Statistik zur Zahl der Verschickten SMS in Deutschland
Zahl der verschickten SMS gesunken (Bild: BITKOM)

Seit Einführung der SMS Anfang der 90er Jahre war die Zahl der versandten Kurznachrichten lange Zeit weitgehend kontinuierlich gestiegen. 2013 gab es erstmals einen deutlichen Rückgang, damals um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich damit die Zahl der versandten SMS mehr als halbiert.

Als Hauptgründe für den Abwärtstrend nennt BITKOM die Verbreitung von Smartphones und damit einhergehend den Boom von Messenger-Diensten wie WhatsApp. »Wer heute vom Mobiltelefon eine Nachricht schreibt oder ein Bild verschickt, verwendet in sehr vielen Fällen internetbasierte Dienste«, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM. Dazu kommt auch, dass die mobilen Breitbandnetze schneller werden und immer mehr Smartphone-Nutzer mobile Daten-Flatrates nutzen.

Insgesamt verschicken sieben von zehn Smartphone-Nutzern (71 Prozent) SMS oder andere Arten von Kurznachrichten, wie eine aktuelle BITKOM-Umfrage ergeben hat. Dabei verwenden 20 Prozent der Smartphone-Nutzer beide Arten von Kurznachrichten parallel. 35 Prozent verschicken ausschließlich SMS, 16 Prozent ausschließlich Messenger-Nachrichten.

Auch wenn die Messenger-Dienste den Markt für mobile Kurznachrichten grundlegend verändert haben, sollen sie die SMS auch mittelfristig nicht vollkommen verdrängen, meint der BITKOM. Junge Menschen, die oft mit ihren Freunden innerhalb kurzer Zeit viele Nachrichten austauschen, nutzen in der Regel eher einen Messenger-Dienst als die SMS. »Eine TAN fürs Online-Banking oder die Nachricht an die Großmutter wird dagegen eher per SMS verschickt«, erklärt Rohleder. Weiterhin werden SMS zum Beispiel für den Versand von Bordkarten für den Check-In am Flughafen, die Benachrichtigung über Zugverspätungen oder der Parkscheinkauf genutzt. Der Vorteil der klassischen SMS: Sie funktioniert auf jedem Handy und benötigt keine Internetverbindung oder gesonderte Anmeldung. Beim Instant-Messaging via WhatsApp und Co. müssen Absender und Empfänger den gleichen Dienst installiert haben.

 
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