Mobilfunk-Netz: KI übersetzt Telefonate und reguliert laute Hintergrundgeräusche

Vodafone und Ericsson testen neue KI-Funktionen

23. September 2026

Vodafone und Ericsson haben künstliche Intelligenz erstmals in einem Testszenario erprobt, um das gesprochene Wort bei Telefonaten in Echtzeit zu übersetzen und um laute Hintergrundgeräusche zu regulieren. Beides funktioniert direkt im Mobilfunknetz, also ohne spezielle App und ohne neue Smartphone-Hardware. Wie die Unternehmen mitteilen, wurde die neue Technologie jetzt in einem realitätsgetreuen Testnetz erfolgreich getestet.

Smartphone in der Hand

Der Test ist Teil der gemeinsamen Initiative »Core Network of the Future« von Vodafone und Ericsson. Die Initiative untersucht, wie fortschrittliche KI-Funktionen direkt in das Netz eines Kommunikationsanbieters integriert werden können.

Für den Test setzten Vodafone und Ericsson mehrere technische Bausteine ein. Dazu gehörten ein Anwendungsserver und eine KI-Plattform von Vodafone sowie ein KI-Gateway und die Kernnetz-Technologie von Ericsson. Programmierschnittstellen verbanden dabei die Telekommunikations- und KI-Systeme miteinander. Damit sei es möglich, KI-gestützte Funktionen direkt auf Sprachdienste anzuwenden, während Anrufe im Mobilfunknetz verarbeitet werden.

Bei dem Test ging es um zwei Funktionen: Für die KI-basierte Geräuschunterdrückung erkennt und entfernt der Dienst Hintergrundgeräusche in Echtzeit. So bleiben Gespräche auch in lauten Umgebungen wie belebten Straßen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Baustellen besser verständlich. Für die KI-basierte Echtzeit-Übersetzung übersetzt der Dienst ein Gespräch zwischen zwei Sprachen live während des Anrufs. So können Menschen miteinander kommunizieren, auch wenn sie keine gemeinsame Sprache sprechen. Das ist zum Beispiel auf Reisen, bei Hotelbuchungen, Restaurantreservierungen und internationalen Geschäftsgesprächen praktisch. Auch in Notfällen kann sie dazu beitragen, dass man schneller verstanden wird.

Bei dem Test übersetzte die KI das gesprochene Wort erst nach der ausdrücklichen Aktivierung durch die Nutzer, erklärt Vodafone. Ohne diese Zustimmung wurden keine Gesprächsinhalte gespeichert oder analysiert. Sollte die Technologie künftig im Mobilfunknetz eingeführt werden, werden dabei selbstverständlich alle geltenden Datenschutzbestimmungen eingehalten, so Vodafone weiter.

Quellen: Mitteilungen von Vodafone und Ericsson

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