Lufthansa: Internetzugang auch auf Kurz- und Mittelstrecken-Flügen

Neuer Dienst soll im Sommer 2016 starten

21. September 2015

Internet an Bord eines Flugzeugs ist heutzutage immer noch selten. Auf Interkontinentalflügen bietet zum Beispiel Lufthansa einen Internetzugang an, auf Mittel- und Kurzstreckenverbindungen jedoch noch nicht. Dies soll sich allerdings demnächst ändern. Die Fluggesellschaft will im kommenden Jahr Internetzugang via Satellit auf Kurz- und Mittelstrecke anbieten. Außerdem soll in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom künftig auch LTE-Zugang zum Mobilfunknetz an Board remöglicht werden.

Internetzugang auf Interkontinental-Flügen

Wie das Unternehmen mitgeteilt hat, sollen Fluggäste bei Lufthansa ab dem Frühsommer 2016 Internet an Bord von Kurz- und Mittelstreckenflügen nutzen können. Dann werden die ersten Flugzeuge, welche auf innerdeutschen und Kontinentalflügen eingesetzt werden, mit der neuen Technologie ausgestattet. Bereits jetzt bietet Lufthansa auf allen Langstreckenflügen den FlyNet genannten Dienst an.

Das neue Angebot von Lufthansa und ihrem Technologie-Partner Inmarsat basiert auf der breitbandigen Satelliten-Technologie (Ka-Band) und bietet die Abdeckung auf Kurz- und Mittelstreckenflügen durch das Inmarsat-Netz Global Xpress. Die Fluggäste können somit mit ihren eigenen mobilen Endgeräten über bordeigenes WLAN einen Breitband-Internetzugang nutzen. Laut Fluggesellschaft sollen damit auch anspruchsvollere Anwendungen bis hin zum Streaming möglich sein. Außerdem kann der Fluggast mit dem Mobiltelefon SMS und Datentransfer über den eigenen Mobilfunkvertrag nutzen. Telefonie an Bord soll aufgrund der expliziten Kundenwünsche auch weiterhin nicht ermöglicht werden.

Testflüge für neue LTE-/-Satelliten-Kombi-Lösung ab 2017

2017 will Lufthansa sich an einem Test-Programm für ein neues europäisches Hybrid-Netzwerk beteiligen. Die Deutsche Telekom und Inmarsat wollen Fluggästen in Europa künftig Dienste auf Basis einer Kombination aus LTE und S-Band-Satellitenkommunikation anbieten. Diese Lösung soll mehr Kapazitäten, Geschwindigkeit und Abdeckung ermöglichen.

Der Inmarsat S-Band Satellit deckt dank Mehrstrahltechnologie (multi beam) ganz Europa ab und kann für Fluggesellschaften auf den verkehrsreichen europäischen Routen innovative mobile Satellitenservices (MSS) realisieren. Technisch ermöglicht wird das durch die Frequenzzuweisung des 30MHz (2x15MHz) Spektrums im S-Band in allen 28 Mitgliedsstaaten der EU.

Zudem baut und managt die Deutsche Telekom ein europaweites Mobilfunknetz aus rund 300 LTE-Basisstationen, die eine Reichweite von mehr als 80 Kilometer haben - gegenüber den etwa 10 Kilometern von herkömmlichen LTE Stationen. Dies soll reichen, um Flugzeuge auf ihrer üblichen Reisehöhe – und auch bei hohem Tempo – zu versorgen, so die Telekom. Ab einer Flughöhe von rund 3.000 Metern werden die Signale der LTE-Bodenstationen von denen des Satelliten ergänzt.

Telekom und Inmarsat bauen das European Aviation Network
Telekom und Inmarsat bauen das European Aviation Network (Grafik: Deutsche Telekom)

Lufthansa führte am 15. Januar 2003 den weltweit ersten Linienflug mit Breitband-Internetzugang durch. Das Angebot musste 2006 trotz wachsender Beliebtheit bei den Fluggästen eingestellt werden, weil die notwendigen Satelliten nicht weiter betrieben wurden. Seit Dezember 2010 bietet Lufthansa erneut auf ihren Interkontinentalflügen einen Breitband-Internetzugang an. Seit Anfang dieses Jahres ist FlyNet auf allen 106 Langstreckenflugzeugen der Lufthansa-Flotte verfügbar, so das Unternehmen.

Der Internetzugang über den Wolken hat seinen Preis. Lufthansa-Fluggäste zahlen auf Interkontinental-Flügen 9 Euro für eine Stunde oder 14 Euro für 4 Stunden WLAN-Nutzung. Der Full Flight Paket, der bis zu 24 Stunden gilt, kostet 17 Euro. Die Abrechnung erfolgt über alle gängigen Kreditkarten. Die Bezahlung über PayPal oder auch mit Flug-Meilen aus Miles & More Programm sind ebenfalls möglich.

Foto: Lufthansa; Infografik: Deutsche Telekom

 
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