GMX und Web.de starten eigenen Messenger-Dienst FreeMessage

Mobile-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

28. September 2016

Immer mehr neue Messenger-Apps kommen auf den Markt. Nun haben auch GMX und Web.de ihre Smartphone-App um eine Messenger-Funktion erweitert. Das teilten die beiden E-Mail Anbieter mit. Mit dem neuen Service »FreeMessage« können Nachrichten, Fotos und Videos mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sicher übertragen werden und werden vor dem Zugriff Dritter geschützt. Die Funktion steht allen Nutzern der Web.de und GMX Mail-Apps für iOS und Android kostenlos zur Verfügung.

FreeMessage Screenshots

Das größte Problem der alternativen Messenger-Diesnte ist es, dass sie vergleichsweise wenige Nutzer haben. Wer von WhatsApp und Co. umsteigen möchte, muss also alle seinen Kontakte für den anderen Dienst begeistern. Die beiden E-Mail Anbieter haben nach eigenen Angaben insgesamt über 30 Millionen Kunden in Deutschland. Damit können die Nutzer viele Kontakte hierzulande über den neuen Dienst erreichen. Mit einer Basis von 11 Millionen bereits aktiven Mail-Apps erreicht FreeMessage zum Start rund 20 Prozent der deutschen Internet-Nutzer.

Nutzer ohne die App werden via SMS erreicht

Alle anderen Nutzer von Web.de und GMX können die App kostenlos downloaden. Und auch Freunde und Bekannte, die kein FreeMessage haben, werden über den Messenger erreicht, erklären die beiden Anbieter. Dazu wird die Nachricht in eine SMS umgewandelt und zugestellt. Die Kosten dafür übernehmen GMX und Web.de. Längere Nachrichten werden gekürzt und sind vollständig abrufbar, sobald der Empfänger die App installiert hat. Übrigens: Für Nutzer, die kein E-Mail-Konto bei Web.de oder GMX haben oder auf die Installation der Mail-Apps verzichten möchten, steht FreeMessage als Einzel-App zur Verfügung, welche auch ohne GMX oder Web.de Konto funktioniert.

FreeMessage beinhaltet alle wichtigen Messenger-Funktionen wie Gruppenchats, Smileys und Emoticons sowie das Versenden von Bildern und Videos. Für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aller Inhalte sorgt ein in Eigenentwicklung für die mobile Anwendung optimiertes und auf offenen Standards basierendes Verschlüsselungsprotokoll. Damit haben ausschließlich Absender und Empfänger Zugriff auf die Inhalte. Sämtliche Nachrichten liegen verschlüsselt auf deutschen Servern – durch die Verschlüsselung haben auch GMX und Web.de als Betreiber keinen Zugriff auf die Nachrichteninhalte, erklären die Unternehmen. Damit wird zum einen ein unverschlüsseltes Backup auf Servern von Google oder Apple, wie es vergleichbare Apps durchführen, verhindert. Weiterhin wird eine echte Mehrgerätenutzung mit vollständiger Nachrichtensynchronisation möglich. Diese Funktion soll den Nutzern von FreeMessage »in naher Zukunft« angeboten werden.

Um den Dienst zu nutzen, seien keine aufwändigen Einstellungen oder zusätzliche Registrierungsschritte notwendig, so Web.de und GMX. Allerdings verlangt die App die eingabe der eigenen Mobilfunknummer. Die FreeMessage-Server stehen in deutschen Rechenzentren und unterliegen somit den strengen Auflagen des deutschen Datenschutzgesetzes. Auch die Speicherung der zur Anmeldung verwendeten Mobilfunknummer erfolgt ausschließlich nach deutschem Datenschutzrecht. Eine Weitergabe der Daten zu anderen Diensten finde nicht statt, so die Betreiber. Die Schlüssel für die sichere Kommunikation werden lokal in der App erzeugt und ausschließlich auf dem genutzten Gerät verschlüsselt abgelegt. Damit haben die Betreiber des Dienstes nach eigenen Angaben auch keinen Zugriff auf die zur Entschlüsselung von Nachrichteninhalten nötigen Schlüssel.

 
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