Mobilfunk aus der Luft: Telekom demonstriert unterbrechungsfreie Netzversorgung

Zwei fliegende Mobilfunkantennen im nahtlosen Wechselbetrieb

07. August 2026

Die Deutsche Telekom testet weiter, wie sich Mobilfunk aus der Luft ohne Unterbrechung bereitstellen lässt. Nach dem ersten Einsatz einer fliegenden Mobilfunkantenne im kommerziellen Live-Netz im vergangenen Jahr folgte nun der nächste Entwicklungsschritt: Gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und Primoco UAV testete die Telekom den nahtlosen Wechselbetrieb zweier fliegender Antennen bei einer Großveranstaltung. Nach Angaben der Telekom war der Feldversuch erfolgreich. Das bringe eine resiliente Mobilfunkversorgung aus der Luft der praktischen Anwendung einen weiteren Schritt näher.

Graues unbemanntes Flugzeug von Primoco UAV mit Mobilfunktechnik der Telekom
Fliegende Mobilfunkantenne der Telekom (Bild: Deutsche Telekom AG)

Während des Feldversuchs in Tschechien verbanden sich Smartphones automatisch mit der jeweils aktiven Mobilfunkzelle. Telefonate und Datenverbindungen liefen unterbrechungsfrei weiter.

»Der entscheidende Vorteil beim Einsatz von zwei Fluggeräten des Typs Primoco One 150 liegt in der durchgehenden Versorgung rund um die Uhr«, sagt Ladislav Semetkovský, CEO von Primoco UAV. »Während ein Flugzeug am Boden betankt wird, bleibt das zweite im Einsatz und stellt die Verbindung sicher. Das macht die Lösung besonders wertvoll in Krisensituationen, in denen zuverlässige Kommunikation jederzeit verfügbar sein muss«.

Zum Test gehörte außerdem eine Satellitenanbindung an Bord der Flugzeuge. Sie ermöglichte die direkte Anbindung der fliegenden Mobilfunkantenne an das Mobilfunkkernnetz, ohne dass dafür eine zusätzliche Bodenstation erforderlich war.

Zusammen ermöglichen Wechselbetrieb und Satellitenanbindung neue Einsatzszenarien für Mobilfunk aus der Luft. So könnte die Technologie stationäre Netze künftig dort ergänzen, wo Infrastruktur fehlt, ausfällt oder kurzfristig zusätzliche Kapazität benötigt wird. Mögliche Szenarien sind Waldbrände, Überschwemmungen oder große Veranstaltungen in abgelegenen Regionen.

Der Feldversuch fand bei einem Trailrunning-Event B?hej lesy in Tschechien statt. Die abgelegene Teststrecke im Landschaftsschutzgebiet der Brdy-Berge eignete sich mit ihrer begrenzten Mobilfunkversorgung gut für den Praxistest. Ein kompakter »Mobilfunkmast to go« versorgte den Start- und Zielbereich. Entlang der Laufstrecke stellten fliegende Antennen im nahtlosen Wechselbetrieb die Netzversorgung sicher. Aus einer Flughöhe von zwei bis drei Kilometern versorgten die beiden Flugzeuge im Praxistest ein Gebiet von bis zu 20 Quadratkilometern mit LTE- und 5G-Mobilfunk. Sie nutzten dieselben Standardfrequenzen wie terrestrische Netze und erreichten über einen 10-MHz-Kanal Datenraten von bis zu 100 MBit/s. Bei Bedarf lassen sich Netzkapazitäten gezielt priorisieren, etwa für Einsatzkräfte, erklärt die Telekom weiter.

Lesen Sie unsere News auch als RSS-Feed

 
+++ Anzeige +++