Bundesnetzagentur: Entgeltvorschlag für den Layer2-Bitstrom-Zugang

Kosten für neues Vorleistungsprodukt zur Konsultation veröffentlicht

30. Juni 2016

Die Bundesnetzagentur hat ihren Entgeltvorschlag für den Layer 2-Bitstromzugang der Telekom Deutschland GmbH (Telekom) veröffentlicht.

Bundesnetzagentur veröffentlicht Entgeltvorschlag für den Layer2-Bitstrom-Zugang
Bundesnetzagentur veröffentlicht Entgeltvorschlag für den Layer2-Bitstrom-Zugang
(Bild: Deutsche Telekom / tarif4you.de)

Entgelt-Vorschlag für die Nutzung des Layer 2-Bitstromzugangs

Bereits im April hat die Bundesnetzagentur einen Entscheidungsentwurf für das Standardangebot der Telekom Deutschland GmbH für den Zugang zum Layer 2-Bitstrom veröffentlicht. Nach den allgemeinen Regelungen für das Vorleistungsprodukt wurde nun der Vorschlag für die Entgelte für die Nutzung des Layer 2-Bitstromzugangs bekannt gegeben. Das monatliche Überlassungsentgelt für den Layer 2-Bitstromzugang soll für die Produktvarianten VDSL 16/25/50 MBit/s 18,56 Euro und für die Produktvariante VDSL 100 MBit/s 19,10 Euro betragen. Für die Produktvariante ADSL werden monatlich 15,17 Euro vorgeschlagen.

Sofern sich Wettbewerber im so genannten »Kontingentmodell« gegenüber der Telekom zur Abnahme eines Mindestkontingents verpflichten, ist für den Layer 2-Bitstromzugang in den Produktvarianten VDSL 16/25/50 Mbit/s ein Entgelt in Höhe von 16,55 Euro/monatlich vorgesehen. Der monatliche Preis für die Produktvariante VDSL 100 Mbit/s soll auch im Kontingentmodell 19,10 Euro betragen.

Datenvolumen und mögliche Drosselung

In den Überlassungsentgelten für den Layer 2-Bitstromzugang ist auch der im Rahmen des Bitstromzugangs abgewickelte Datentransport enthalten. »Sofern dieser »inkludierte Verkehr« insgesamt bzw. in den einzelnen Qualitätsklassen (Realtime, Streaming und Critical Application) eine bestimmte Größe übersteigt, muss dafür ein zusätzliches Transportentgelt vom Bitstromnachfrager bezahlt werden. Der inkludierte Verkehr wurde allerdings so bemessen, dass damit die mittelfristig zu erwartende Bandbreitennachfrage abgewickelt werden kann«, so die Bundesnetzagentur. Zur Höhe des Datenvolumens und den Folgepreisen machten die Regulierer allerdings keine Angaben. Es ist denkbar, dass durch diese Regelung zur Drosselung bei DSL-Anschlüssen führen könnte. Bereits heute gibt es einige DSL-Angebote auf dem Markt, die nach Erreichen einer bestimmten Volumengrenze die Geschwindigkeit drosseln bzw. einen Aufpreis für unbegrenztes Volumen mit konstant hoher Geschwindigkeit verlangen.

Neben den wichtigen monatlichen Überlassungsentgelten enthält der Entgeltvorschlag auch die Einmalentgelte für die Bereitstellung bzw. die Kündigung eines Layer 2-Bitstrom-Anschlusses sowie die jährlichen Überlassungsentgelte für den netzseitigen Übergabeanschluss zwischen Telekom und Bitstromnachfrager.

So geht es weiter

Der Entscheidungsentwurf für die Layer 2 Bitstromentgelte ist ab heute auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur zur nationalen Konsultation veröffentlicht. Für interessierte Parteien besteht Gelegenheit, bis zum 27. Juli 2016 schriftlich Stellung zu dem Entgeltvorschlag zu nehmen. Anschließend wird der Entscheidungsentwurf der Europäischen Kommission, dem Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) und den nationalen Regulierungsbehörden der übrigen EU-Mitgliedstaaten übermittelt, die innerhalb eines Monats Stellungnahmen abgeben können.

Hintergrund zum Layer 2-Bitstrom

Der Bitstromzugang ist ein kombiniertes Vorleistungsprodukt aus Breitbandanschluss und Transportleistung im Netz der Telekom. Damit sollen die Wettbewerber ihren Endkunden Breitbandanschlüsse bereitstellen und darüber Breitbanddienste, wie zum Beispiel schnelle Internetzugänge, anbieten können. Der Layer 2-Bitstrom wird künftig mittels der Ethernet-Technologie im Netz der Telekom transportiert. Er kann als qualitativ hochwertiges Vorleistungsprodukt eine wichtige Alternative werden für jene Unternehmen, die ihre Endkundendienste bisher unter Nutzung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) anbieten. Wettbewerber müssen für dieses Zugangsprodukt mehr in eigene Infrastruktur investieren, können den Datenverkehr dann aber weitgehend unverarbeitet von der Telekom übernehmen und so eigene Endkundenprodukte ausgestalten.

 
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