EU-Kommission will Preissenkung bei SMS im Ausland

Auch mobile Datendienste sollen günstiger werden

15. Juli 2008

SMS-Versand im europäischen Ausland soll demnächst billiger werden. »Die EU-Bürger sollten grenzübergreifend SMS versenden können, ohne dabei unverhältnismäßig zur Kasse gebeten zu werden«, erklärte die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding am heutigen Dienstag. Da die Mobilfunkanbieter der Aufforderung zu freiwilligen Preissenkungen bisher nicht nachgekommen sind, müssen sie nun mit einer Regulierung der Preise rechnen. Darüber hinaus möchte die EU-Kommissarin die Preise für mobile Internetnutzung im EU-Ausland senken.

Der durchschnittliche Endkundenpreis für das Versenden von Textnachrichten innerhalb der EU ist seit Februar, als Kommissarin Reding die Branche zu freiwilligen Preissenkungen aufforderte, unverändert geblieben. Derzeit kostet eine SMS, die im EU-Ausland verschickt wird, durchschnittlich 29 Cent (ohne Mehrwertsteuer). Die Preisspanne liege nach den von der Europäischen Kommission veröffentlichten Zahlen bei 6 Cent für Roaming-Kunden aus Estland oder 12 Cent aus Lettland bis hin zu 50 Cent für Reisende aus Großbritannien oder 80 Cent für Kunden aus Belgien. Die Preise seien damit bis zu 25-Mal so teuer wie inländische Textnachrichten, so die Komission. Nach Ansicht der Gruppe Europäischer Regulierungsstellen (ERG) wäre eine Obergrenze zwischen 11 und 15 Cent pro SMS angemessen.

Roaming-Datendienste kosten laut EU-Komission noch immer zwischen 25 Cent pro Megabyte (MB) und mehr als 16 Euro pro MB. »In Bezug auf das Daten-Roaming werden wir ... die Notwendigkeit einer zusätzlichen Regulierung weiter prüfen müssen. Wir fordern die Branche auf, bei der Festlegung ihrer Preise für das Daten-Roaming sehr umsichtig vorzugehen, damit eine Preisregulierung künftig ausgeschlossen werden kann«, so Dániel Pataki, Vorsitzender der ERG und Leiter der nationalen ungarischen Telekommunikationsbehörde.

Mit Gesetzesvorschlägen der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat wird für den Frühherbst gerechnet.

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