Deutsche Telekom will letzte Meile verteuern

Neuer Entgelte für Teilnehmeranschlussleitung (TAL) beantragt

20. Januar 2009

Geht es nach der Deutschen Telekom, soll das monatliche Entgelt für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), der sogenannten letzten Meile, höher werden. Statt bisher 10,50 Euro monatlich fordert das Konzern, dieses Entgelt auf 12,90 Euro zu erhöhen. Das Bonner Unternehmen hat nach eigener Mitteilung einen entsprechenden Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt. Die Genehmigung für das aktuell gültige Entgelt läuft um 31.3.2009 aus.

»Die Kosten pro Anschluss sind gestiegen, deshalb führt an höheren Entgelten für die Teilnehmeranschlussleitung kein Weg vorbei. Nur so können der Betrieb und die Bereitstellung einer flächendeckenden Infrastruktur finanziert werden«, erläutert Timotheus Höttges, Vorstand T-Home, Sales & Service bei der Deutschen Telekom.

Ein Treiber für die höheren Kosten sind laut der Telekom die anhaltenden Verluste von Festnetzanschlüssen an Mobilfunk- und Kabelnetzbetreiber. Da dieser Abwanderung keine entsprechenden Einsparungen gegenüberstehen, würden sich zwangsläufig die Kosten pro Anschluss erhöhen, so das Unternehmen. Gleichzeitig sind weitere Investitionen in das Breitbandnetz nötig, um der steigenden Nachfrage nach Bandbreite gerecht zu werden.

Die Deutsche Telekom macht außerdem die Kosten für den sozialverträglichen Personalumbau geltend. Diese Sonderlasten werden der Bundesnetzagentur detailliert dargelegt, so dass eine Berücksichtigung beim TAL-Entgelt ermöglicht werden soll. Schließlich sollte die Bundesnetzagentur die Kosten für Zinsen und Abschreibungen in höherem Maße als bisher anerkennen, fordert die Deutsche Telekom. Die Finanzmarktkrise hat dazu geführt, dass die Refinanzierung von Infrastrukturinvestitionen schwieriger geworden ist. Auch das sollte die Bundesnetzagentur durch einen höheren Kapitalkostensatz als in den Vorjahren berücksichtigen, so die Telekom.

Das TAL-Entgelt zahlen andere Telekommunikationsunternehmen monatlich an die Deutsche Telekom für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung. Diese sogenannte »letzte Meile« bezeichnet in Telekommunikationsnetzen den Abschnitt der Leitung zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Anschluss beim Kunden.

Mit deutlicher Kritik reagiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner auf den Antrag der Deutschen Telekom. »Es ist unglaublich, dass der Ex-Monopolist in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine mehr als 20-prozentige Erhöhung der TAL-Mietpreise auf 12,90 Euro beantragt und damit versucht, beim wichtigsten Vorprodukt weiter an der Preisschraube zu drehen«, kritisiert Grützner. Die beantragten Entgelte würden deutlich über den Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung liegen, so Grützner weiter. Bei der Festsetzung des TAL-Entgeltes müsse dem Gesetz entsprechend dem Effizienzgedanken Rechnung getragen werden. Insgesamt fordert der VATM eine deutliche Absenkung des TAL-Preises.

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