Mobilfunk-Terminierung wird um fast 50 Prozent gesenkt

Bundesnetzagentur senkt Terminierungsentgelte drastisch

01. Dezember 2010

Die Bundesnetzagentur hat am Dienstag Entgeltvorschläge für die Anrufzustellung in die Mobilfunknetze, die so genannte Mobilfunkterminierung, der vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber veröffentlicht. Demnach sollen diese Entgelte künftig zwischen 3,33 und 3,37 Cent pro Minute liegen. Bisherige Entgelte betragen 6,59 Cent/Minute für die beiden D-Netze und 7,14 Cent/Minute für die beiden E-Netze. Diese Gebühren berechnen Telefongesellschaften untereinander für die Weiterschaltung von Anrufen. Die Senkung dieser Entgelte bedeutet auch, dass das Telefonieren zu deutschen Handys günstiger wird.

Die Entgelte können allerdings nicht sofort verbindlich in Kraft treten, weil zunächst noch nationale und internationale Konsultationsverfahren durchgeführt werden müssen, so die Bundesnetzagentur. Da bei dieser Verfahrensweise Fristvorgaben einzuhalten sind, ist eine endgültige Entscheidung voraussichtlich erst Mitte bis Ende des ersten Quartals 2011 möglich. Die neuen Entgelte werden jedoch bereits ab dem 1. Dezember 2010 zunächst vorläufig genehmigt.

»Bei der erneuten Überprüfung hat sich der bereits in den letzten Genehmigungsverfahren gezeigte Trend bestätigt, dass die Gesamtverkehrsmengen in den Mobilfunknetzen über die letzten Jahre hinweg ganz erheblich zugenommen haben und auch künftig weiter steigen werden. [...] Die von uns vorgeschlagene Reduzierung beruht ganz wesentlich auf dieser Entwicklung, die bei einer weitgehend stabilen Kostensituation und effizienten Netzen zu deutlich geringeren Minutenpreisen führt«, erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Der Hightech-Verband BITKOM, dem auch die betroffenen Mobilfunkanbieter angehören, hat die zwangsweise Absenkung von Gebühren für die Weiterleitung von Handygesprächen um bis zu 50 Prozent kritisiert. »Damit werden den Netzbetreibern Mittel entzogen, die für Investitionen in Netzausbau und -qualität fehlen«, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. »Schon bisher wurden die Terminierungsentgelte in Deutschland von der Bundesnetzagentur reguliert. Sie liegen heute bereits unterhalb des europäischen Durchschnitts.«

Der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth führt dazu aus: »Mit der vorgesehenen Entgeltabsenkung stehen wir im europäischen Vergleich nicht alleine da.«. Außerdem sollen die vorgeschlagenen Entgelte auch in Zukunft Investitionen in moderne Infrastruktur ermöglichen. Da die Kritik an den neuen Entgelten bereits verherzusehen war, sollen »Vorschläge von den Marktakteuren erst einmal gründlich geprüft und analysiert werden, bevor vorschnelle Festlegungen getroffen werden«.

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