Bundesnetzagentur sperrt 986.000 Produkte wegen Funkstörungen

Angebote im Internethandel entsprechen nicht den Anforderungen

18. Januar 2017

Die Bundesnetzagentur hat im Jahr 2016 bei 537 Internetanbietern Angebote beendet, weil die Produkte Funkstörungen und elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen können. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Insgesamt waren rund 986.000 Produkte betroffen.

Bundesnetzagentur
Bundesnetzagentur in Bonn (Foto: tarif4you.de)

Zu den Aufgaben der Bundesnetzagentur gehört es auch, das Angebot von elektrischen und elektronischen Geräten auf dem deutschen Markt zu überwachen. Damit sollen Funkstörungen und elektromagnetische Unverträglichkeiten minimiert werden. Die Behörde überprüft die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben stichprobenartig und führt für Funkanlagen Prüfungen der Gerätesicherheit durch. Auffällige Produkte dürfen nicht mehr angeboten werden und erhalten markteinschränkende Maßnahmen.

Diese Geräte sind besonders betroffen

Besonders oft entsprechen sogenannte FM Transmitter nicht den Anforderungen, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Das sind Geräte, die Musik zum Beispiel vom Smartphone per UKW-Funk zu einem Radio in der Nähe übertragen, das die Musik dann wiedergibt. Unter den 986.000 Produkten, deren Vertrieb über das Internet gesperrt wurde, befanden sich 744.000 FM Transmitter. Die Geräte nutzen zum Beispiel unzulässig hohe Sendeleistungen oder falsche Frequenzen. auch komme es vor, dass von Geräten Stromschlaggefahr ausgeht, so die Bundesnetzagentur.

Ferner wurde der Vertrieb für 201.000 Funkkopfhörer wegen der Nutzung sicherheitsrelevanter Funkfrequenzen und für 21.000 Drohnen wegen erheblicher administrativer Mängel gesperrt. Mit geringerem Anteil waren zum Beispiel Handfunkgeräte, QI Wireless Ladegeräte, Funksteckdosen und Ultraschallgeräte betroffen.

Zusammenarbeit mit dem Zoll

Angesichts des stark wachsenden Onlinehandels durch Direktimport hat die Bundesnetzagentur ihre Aktivitäten in diesem Bereich durch eine Zusammenarbeit mit Internetportalen weiter intensiviert. Außerdem arbeitet die Behörde bei der Marktüberwachung intensiv mit dem Zoll zusammen, der bei der Einfuhr auffällige Produkte feststellt. Von den Zollbehörden kamen 2016 über 10.000 Meldungen über verdächtige Warensendungen, die insgesamt rund 270.000 Produkte umfassten, heißt es in der Mitteilung der Bundesnetzagentur. Nach Überprüfungen konnte in 88 Prozent dieser Fälle keine Freigabe für den europäischen Markt erteilt werden, da die Produkte den Anforderungen nicht genügten.

»Ein steigender Anteil der Produkte, die wir aus dem Verkehr ziehen müssen, stammt aus China. Die Produkte können Funkstörungen verursachen und dürfen in der EU nicht vertrieben und betrieben werden«, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. »Wir empfehlen, beim Kauf von Geräten darauf zu achten, dass diese CE-gekennzeichnet sind.«

Erst vor wenigen Tagen gab die Bundesnetzagentur bekannt, die Anzahl der Rundfunkstörungen gehe kontinuierlich zurück. Störungen der breitbandigen Datenübertragung in Telefon- und Kabelnetzen, bei haushaltsnahen Funkanwendungen (W-LAN, Bluetooth, CB-Funk) und im Mobilfunk hätten dagegen zugenommen (wir berichteten).

 
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