Telefónica: Erreichbarkeitsprobleme und Lösungen

Probleme mit Circuit Switched Fallback von LTE auf 2G/3G

14. Juni 2017

Bereits seit längerer Zeit beklagen sich Mobilfunkkunden im O2-Netz über Erreichbarkeitsproleme. Ankommende Anrufe werden manchmal nicht angezeigt und landen im Besten Fall auf der Mailbox. Laut Telefónica kann das Problem verschieden Ursachen haben. Der häufigste Grund sind Fehler bei der Umschaltung zwischen LTE und UMTS- bzw. GSM-Netz. Wir fassen die wichtigsten Informationen für Sie zusammen.

Telefónica Mobilfunknetz
(Bild: Telefónica / Collage: tarif4you.de)

Probleme beim Circuit Switched Fallback

Probleme treten in der Regel bei Telefonie über das LTE-Netz auf. Meistens sind Smartphones betroffen, die nicht für Voice over LTE (VoLTE) geeignet sind. Sind sie während eines Anrufes im LTE-Netz eingebucht, müssen sie für die Sprachverbindung in das GSM- oder UMTS-Netz umschalten. Genau bei diesem Circuit Switched Fallback (CSFB) kommt es auch zu Beeinträchtigungen. Funktioniert die Umschaltung nicht oder nicht schnell genug, kommt die Verbindung nicht zustande. Der Anrufer landet dann auf der Mailbox und der eingehende Anruf wird beim angerufenen Kunden im Telefónica-Netz nicht signalisiert.

Solche Beeinträchtigungen können verschiedene technischen Ursachen haben, zitiert das Portal teltarif.de die Pressestelle von Telefónica. Diese können wegen der laufenden Netzintegration von O2 und E-Plus auftreten oder auch mit der Konfiguration der einzelnen Basisstationen zusammenhängen. Der Mobilfunknetzbetreiber erklärt, dass solche Einschränkungen temporär und lokal begrenzt seien und in der Regel innerhalb weniger Stunden oder Tagen behoben werden. Allerdings: Wir beobachten mit unseren Mobiltelefonen im O2-Netz solche »Störungen« bereits seit Monaten an immer wieder den gleichen Orten. Zugegebenermaßen dauern diese Probleme meisten ein bis zwei Tage um dann nach einigen Wochen wieder aufzutreten.

Mögliche Lösungen und Folgen

Für die Probleme bei der Umschaltung der Smartphones aus dem 4G-Netz (LTE) zu 2G (GSM) oder 3G (UMTS) gibt es zwei Lösungen, die bereits seit Wochen im O2-Kundenforum vorgestellt wurden. Viele Smartphones unterstützen nur Datenübertragung über LTE, jedoch keine Telefonie über das 4G-Netz. Hier lautet die Empfehlung, in den Einstellungen des Telefons das 4G-Netz explizit auszuschalten. Dann bucht sich das Gerät immer in das GSM- oder UMTS-Netz ein. Eine automatische Umschaltung bei Telefonie ist dann nicht mehr notwendig, so dass die Kunden dann wieder immer erreichbar sind. Diese Lösung hat allerdings den Nachteil, dass auch die schnelle Datenverbindung über das LTE-Netz damit abgeschaltet wird. Kunden surfen damit über das langsamere UMTS-Netz, welches zudem auch eine andere Verfügbarkeit vor Ort haben kann. dies ist also keine dauerhaft gute Lösung.

Etwas besser haben es die Nutzer, die ein VoLTE-fähiges Smartphone haben. Sie müssen Telefonie über das 4G-Netz in ihrem Endgerät aktivieren (Anleitung), denn meistens ist diese Einstellung in den Smartphones standardmäßig deaktiviert. Dann muss das Smartphone im LTE-Netz nicht mehr in das andere Netz wechseln - die Erreichbarkeit ist damit auch im LTE-Netz gegeben. Ob das für alle Kunden funktioniert, hängt von den tatsächlichen Ursachen im jeweiligen Fall ab. In unserem Test konnte das Problem mit verpassten eingehenden Anrufen im LTE-Netz durch diese Einstellung in einem VoLTE-fähigen Smartphone gelöst werden. Wünschenswert wäre natürlich, wenn der Netzbetreiber dafür sorgt, dass Circuit Switched Fallback möglichst ohne Probleme funktioniert.

Mobilfunknetz-Einstellungen in Android 7.0 mit aktiven Voice over LTE (VoLTE)
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