Voice over IP führt zu fallenden Telefontarifen

Steria Mummert Consulting: Wettbewerb wird härter

19. Mai 2005
Voice over IP (VoIP), die Telefonie via Internetprotokoll, wird langfristig zu einer deutlichen Senkung der Telekommunikationskosten führen. Um bis zu 50 Prozent könnten die Preise nach Einschätzung der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting AG fallen. Ein Grund: Die Übertragung der Sprache basierend auf dem Internetprotokoll ist deutlich günstiger. Denn im Gegensatz zur klassischen Technologie, bei der jedes Telefonat eine eigene Leitung benötigt, können sich mit Voice over IP Telefonate, Internet- und Multimedia-Dienste eine einzige Datenleitung teilen. Abgerechnet wird nicht mehr nach Gesprächszeit, sondern über eine Datenflatrate.

Schon heute telefonieren 13 Prozent der Internetnutzer kostengünstig über das Internet, so Steria Mummert Consulting. Im Jahr 2010 könnte bereits jeder zweite dank über das Internetprotokoll telefonieren. Neben diesem Effizienzvorsprung sorgt auch der steigende Wettbewerb für zukünftig deutlich sinkende Preise. Denn zu den klassischen Telekom-Konkurrenten wie Regionalcarriern gesellen sich nun auch Internetzugangsprovider. Ende 2004 buhlten bereits 15 Voice-over-IP-Anbieter um die Gunst der Kunden. Die Übertragung der Sprache über DSL (Digital Subscriber Line) eröffnet ihnen einen neuen Markt. Daher ist DSL nach Ansicht von zwei Fünfteln der Fach- und Führungskräfte der Branche die derzeit wichtigste stationäre Übertragungstechnologie. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie «TELCO Trend» von Steria Mummert Consulting und dem Spezialisten für Umfrage- und Beschwerdemanagementsoftware Inworks. Und je mehr Kunden die Netze nutzen, desto wirtschaftlicher gestaltet sich für die Internetcarrier der Betrieb der so genannten Backbones. Diese Ersparnisse geben die Provider teilweise an die Kunden weiter ? die so mit einem DSL-Breitbandanschluss kostengünstig telefonieren können.

Zudem sinken auch die Preise für die Datenübertragung. Neue Anwendungen wie Voice over IP, sinkende Zugangs- und Nutzungsgebühren sowie der härtere Wettbewerb werden dem bisher schleppenden DSL-Absatz in Deutschland neuen Antrieb geben, so die Einschätzung von Steria Mummert Consulting. Bis 2007 wird laut Steria Mummert Consulting jeder dritte deutsche Haushalt via DSL Zugriff zum Internet haben. Drei von vier potenziellen Nutzern würden dann aufgrund des günstigeren Preises ihre klassische Telefonleitung gegen das Telefonieren via Web eintauschen.

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