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Vodafone veröffentlicht Transparenzbericht
In einigen Ländern haben Behörden Direktzugriff auf Kommunikation

Vodafone hat einen ersten Transparenzbericht veröffentlicht. Darin zeigt das Unternehmen, in welchen Ländern der Provider welche Auskünften den lokalen Behörden gibt. Mit seinem Bericht will Vodafone für mehr Transparenz zu einem Thema sorgen, über das Beteiligte in manchen Ländern dieser Welt nicht einmal öffentlich sprechen dürfen, schreibt das Unternehmen. Denn das Bericht zeigt auch, dass neben der üblichen zugriffen auf Kundendaten nach einem Gerichtsbeschluss die Behörden in einigen Ländern auch direkten Zugriff auf alle Daten haben.
In dem ersten Transparenzbericht hat Vodafone die Abhör-Situation in allen 29 Staaten zusammengefasst, in denen das Konzern tätig ist. Fazit: In der Regel ist Vodafone gesetzlich verpflichtet, Regierungsstellen Kundendaten herauszugeben und Abhörmöglichkeiten zu bieten. In den meisten Ländern jedoch erst nach legitimierter Anordnung – so auch in Deutschland.
Hierzulande hat Vodafone nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 23.582 Anfragen zur Überwachung von Anschlüssen erhalten. Dabei hat das Unternehmen in 51.824 Fällen so genannte Verkehrsdatensätze an die Behörden weitergeleitet. Weiterhin wurden 28.642 Mal die Bestandsdaten von Teilnehmern abgefragt. Namen der Inhaber von IP-Adressen seien in keinem Fall angefordert worden. Einen ähnlichen Bericht für Deutschland hat auch die Deutsche Telekom Anfang Mai veröffentlicht.
In einigen Ländern der Welt haben lokale Behörden jedoch auch direkten und ungehinderten Zugriff auf die dort geführten Gespräche und den dortigen Datenverkehr aller Provider des jeweiligen Landes, erklärt Vodafone. Das heißt, dass vor dem Anzapfen eines Telefons keine Befugnis vorgelegt wird. Der Netzbetreiber bekommt somit auch nicht mit, wenn Kunden abgehört werden. Allerdings sagt Vodafone nicht, welche Länder mit solchen Methoden arbeiten.
Insgesamt schildert Vodafone die Situation in den folgenden Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist: Ägypten, Albanien, Australien, Belgien, Dem. Rep. Kongo, Deutschland, Fidschi, Frankreich, Ghana, Griechenland, Großbritannien, Indien, Irland, Italien, Katar, Kenia, Lesotho, Malta, Mosambik, Niederlande, Neuseeland, Portugal, Rumänien, Spanien, Südafrika, Tansania, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn. Dabei werden die rechtlichen Situation in den einzelnen Ländern, zugehörige Gesetze und Verfahren erläutert. In einigen der Länder darf Vodafone allerdings keine Hintergrundinformationen über Abhörmaßnahmen preisgeben.
Mit dieser Veröffentlichung will Vodafone ein Mehr an Transparenz schaffen und zu einem öffentlichen Diskurs über die Transparenz und Gesetzgebung in den jeweiligen Ländern anregen. Der Telekommunikationsanbieter erklärt, dass die Privatsphäre ein hohes Gut und ein Teil der Menschenrechte sei. gleichzeitig weist Vodafone darauf hin, dass das Unternehmen verpflichtet sei, sich an die Gesetze der Länder zu halten, in denen es tätig ist. Dazu gehöre in einigen Ländern auch, Behörden über Kunden zu informieren und Dienste auf Verlangen zu blockieren oder einzuschränken.