EU Roaming: Keine Begrenzung nach Zeit oder Datenvolumen

EU-Kommission schafft Roaming-Gebühren doch ab

21. September 2016

Die EU-Kommission schafft die Roaming-Gebühren im kommenden Jahr doch ab. Nachdem der Plan, kostenfreies Roaming im EU-Ausland auf 90 Tage pro Jahr zu begrenzen auf massive Kritik gestoßen war, sollte eine neue Regelung her. Nun will die Kommission auf eine Frist verzichten und hat einen neuen Ansatz zur fairen Nutzung der neuen Roaming-Regeln ab Juni kommenden Jahres beschlossen.

EU Roaming: Keine Begrenzung nach Zeit oder Datenvolumen
EU Roaming: Keine Begrenzung nach Zeit oder Datenvolumen (Bild: iStockphoto.com/AntonioGuillem)

Anfang September hat die EU Kommission Schutzklauseln für eine faire Mobilfunknutzung innerhalb der EU vorgeschlagen. Demnach sollten Mobilfunknutzer nur 90 Tage pro Jahr und lediglich 30 Tage am Stück kostenfreies Roaming im EU-Ausland nutzen können. Damit sollte verhindert werden, dass Nutzer sich einfach in einem anderen EU-Land eine günstigere SIM-Karte besorgen und dann zuhause dauerhaft damit telefonieren. Nach massiver Kritik sollten diese Regelungen überarbeitet werden.

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch einen neuen Ansatz zur fairen Nutzung der neuen Roaming-Regeln ab Juni kommenden Jahres beschlossen. Er sieht weder eine zeitliche Begrenzung noch eine Begrenzung nach Datenvolumen vor. Stattdessen soll es Schutzklauseln auf Basis des Wohnortes der Mobilfunkkunden geben, um einen Missbrauch zu verhindern. Dem neuen Ansatz wird der Wohnsitz im oder andere enge Verbindungen eines Mobilfunkkunden mit dem Land zugrunde liegen, in dem der Mobilfunkanbieter seinen Sitz hat. Genauere Regelungen sollen bis Ende 2016 ausgearbeitet und angenommen werden. Ziel ist es, dass Reisende ihre SIM-Karte aus dem EU-Mitgliedsland, in dem sie leben oder in dem sich hauptsächlich aufhalten, im EU-Ausland so wie zu Hause nutzen können.

Derzeit gelten sehr unterschiedliche Preise für die mobile Kommunikation in der EU. Die Regelungen sollen verhindern, dass zum Beispiele ein Mobilfunkkunde aus Irland in Dublin dauerhaft eine SIM-Karte aus Lettland nutzt, bei der deutlich günstigere Preise gelten.

»Dank des heute vorgelegten Entwurfs der Vorschriften können wir die Roaming-Gebühren ab dem 15. Juni 2017 für all jene, die regelmäßig in der EU reisen, abschaffen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Betreiber gegen einen Missbrauch der Bestimmungen gewappnet sind«, erklärte Günther H. Oettinger, EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft.

Damit bleibe der beschlossene Zeitplan bestehen, so die EU-Kommission: Die Roaming-Gebühren beim Reisen in der EU werden wie geplant zum 15. Juni 2017 abgeschafft.

 
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