Bundesnetzagentur geht erneut gegen Ping-Anrufe vor

Rechnungslegung- und Inkassierung-Verbot für bestimmte Rufnummern

29. Mai 2018

Die Bundesnetzagentur ist erneut gegen Ping-Anrufe vorgegangen. So wurde die Rechnungslegung und Inkassierung für Verbindungen zu mehreren weißrussischen Rufnummern untersagt, erklärte die Behörde am Montag.

Bundesnetzagentur
Bundesnetzagentur in Bonn (Foto: tarif4you.de)

Rückruf kostet mehrere Euro pro Minute

Ping-Anrufe sind Lockanrufe, die einen kostenpflichtigen Rückruf provozieren wollen. Wenn Mobilfunkkunden die Nummer zurückrufen, erreichen sie häufig Bandansagen, die mehrere Euro pro Minute kosten können. Die Bandansagen reichen von unverständlichen Ansagen in anderen Sprachen bis hin zu Gewinnspielen, Erotikansagen oder angeblichen Paketzustellungen.

Ziel der Betrüger sei es, dass die Anrufer möglichst lange in der Leitung bleiben, erklärt die Bundesnetzagentur. Die Verursacher profitieren von den generierten Verbindungsentgelten. Im aktuelle Fall hätten sich knapp 300 Verbraucher sich bei der Bundesnetzagentur über die Anrufe beschwert.

Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung

Die Bundesnetzagentur hat zu den betroffenen Rufnummern aus Weißrussland verfügt, dass Mobilfunknetzbetreiber die Kosten, die durch die Anwahl dieser Rufnummern entstanden sind, den Verbrauchern nicht mehr in Rechnung stellen dürfen. Falls Verbraucher bereits Rechnungen erhalten haben, dürfen die Netzbetreiber diese Forderungen nicht mehr eintreiben, erklärt die Bundesnetzagentur weiter. Haben Verbraucher bereits Rechnungen bezahlt, sollten sie mit Unterstützung der Verbraucherzentralen versuchen, das Geld zurückzufordern. Durch das Verbot der Abrechnung dieser Verbindungen soll das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv werden.

Weißrussische Nummern ähneln lokaler Vorwahl in Sachsen

Die weißrussischen Nummern haben Ähnlichkeit mit Vorwahlen in Sachsen. Die Mobilfunkkunden gehen davon aus, dass sie einen Anruf von einer deutschen Ortsnetzrufnummer erhalten haben und rufen zurück. Die Vorwahl von Weißrussland (00375) ähnelt der deutschen Vorwahl 0375. Unter der Vorwahl 0375 sind die Städte Lichtentanne, Sachs, Oelsnitz/Erzgebirge, Steinpleis, Stenn, Wilkau-Haßlau und Zwickau erreichbar.

Beschwerdeentwicklung und Maßnahmen

Im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Beschwerden über die Ping-Anrufe. Allein in den Monaten Oktober bis Dezember 2017 zählte die Bundesnetzagentur solche 61.000 Beschwerden. In der Zwischenzeit seit die Zahl deutlich zurückgegangen: Knapp 8.000 Beschwerden sind von Januar bis Ende April 2018 eingegangen.

Die Bundesnetzagentur hatte angeordnet, dass in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für bestimmte internationale Vorwahlen geschaltet werden muss. Der Anrufer erfährt so zu Beginn des Telefonats, dass er eine hochpreisige ausländische Rufnummer anwählen wird.

Unabhängig davon rät die Bundesnetzagentur Verbrauchern davon ab, ausländische Rufnummern zurückzurufen, wenn kein Anruf aus den entsprechenden Ländern erwartet wird. Einen Überblick über Rufnummern, deren Abschaltung von der Bundesnetzagentur angeordnet wurden, finden Sie unter www.bundesnetzagentur.de/massnahmenliste. Verbraucher, die ebenfalls von Ping-Anrufen betroffen sind, können sich unter www.bundesnetzagentur.de/rufnummernmissbrauch bei der Bundesnetzagentur melden.

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