Telefónica Statement zur Roaming-Verordnung

»O2 lässt Kunden freie Wahl beim EU-Roaming«

28. August 2017

Seit 15. Juni gilt die neue EU-Roaming-Verordnung. Mobilfunknutzer können damit innerhalb der EU zu den Konditionen ihres Inlandstarifs telefonieren und surfen. Doch an der Umsetzung der neuen Regelung durch die Mobilfunkanbieter gibt es auch Kritik. So gäbe es laut der Verbraucherzentrale Sachsen unterschiedliche Auffassungen zur automatischen Umstellung des EU-Roaming-Tarifs, insbesondere bei der EU Roaming Flat von O2. Hier werden die Kunden nicht automatisch auf den regulierten EU-Roaming-Tarif umgestellt, sondern müssen selbst aktiv werden und die Umstellung per SMS beantragen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat Anfang August angekündigt, diese Vorgehensweise gerichtlich untersagen zu wollen. Nun hat sich Telefónica ein Statement zu den EU-Roaming-Tarif veröffentlicht. Dieser habe nicht für alle Kunden ausschließlich Vorteile.

Telefónica O2 Logo

Die neue Roaming-Verordnung der EU verpflichtet alle Mobilfunkanbieter in den 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island, Norwegen und Liechtenstein, mindestens einen sogenannten »Roam-like-at-home« Tarif anzubieten. Also ein Tarifmodell, das es den Kunden ermöglichen, ihren nationalen Tarif für Telefonie, SMS und Daten innerhalb der gesamten EU ohne zusätzliche Roaming-Aufschläge zu nutzen.

»Diese Vorgabe hat Telefónica Deutschland fristgerecht umgesetzt«, schreibt das Unternehmen. Ohne Ausnahme umgestellt habe O2 alle Prepaid-Kunden. Darüber hinaus auch alle Vertragskunden, die bereits vor dem 15. Juni einen regulierten EU-Tarif (als Roaming-Tarif »Roaming Basic«, »Weltzonenpack« oder »Mobiles Internet Ausland« bezeichnet) genutzt haben. Dies betraf die große Mehrheit der Kunden. Weiterhin wurden Vertragskunden über die neuen Konditionen der EU-Verordnung per Rechnung und über alle Internet-Auftritte von O2 sowie über die Medien informiert.

EU-Tarif vs. EU Roaming Flat von O2

Dennoch seien alle Vertragskunden frei in ihrer Wahl einer optimal auf die individuellen Bedürfnisse passenden Tariflösung für das EU-Ausland, so Telefónica weiter. »Denn wer seinen aktuellen Mobilfunktarif etwas genauer unter die Lupe nimmt, stellt möglicherweise fest, dass ein Wechsel auf die neuen EU-Konditionen nicht zwangsläufig in jedem Fall lohnenswert ist«.

Das Unternehmen spricht explizit von der »EU Roaming Flat 1 GB«, welche seit 2015 in vielen Tarifen inklusive ist. Dieser Tarif habe mehrere Vorteile gegenüber dem EU-Tarif. So gilt die »EU Roaming Flat 1GB« – anders als bei dem neuen EU-konformen Tarif – auch in Nicht-EU-Ländern wie der Schweiz. Dies bringt Vorteile für die Kunden mit, die ihren Urlaub in der Schweiz verbringen, die Schweiz als Transitland nach Italien nutzen oder in der Schweiz arbeiten, aber in Deutschland wohnen, schreibt Telefónica in ihrem Blog.

Ein weiterer Vorteil: Das Datenvolumen der »EU Roaming Flat 1GB« stehe zusätzlich zur Verfügung. Sollte zum Beispiel das Inlandsvolumen in der zweiten Monatshälfte nahezu aufgebraucht sein, können im Ausland weiterhin noch 1 GB Datenvolumen genutzt werden. Insbesondere für Kunden mit kleineren Datenvolumen lohne sich die Umstellung kaum, so Telefónica weiter.

Tarifwechsel ist jederzeit möglich

Dennoch sei der Wechsel in einen EU-konformen Tarif bei O2 jederzeit kostenfrei möglich. Wer seinen Tarif auf das »Roam-Like-At-Home«-Prinzip umstellen lässt, sollte allerdings beachten, dass bie Reisen in die Schweiz dann Roaminggebühren für die Weltzone 2 berechnet werden. Der Tarifwechsel könne »von einem Werktag auf den nächsten« vorgenommen werden, also auch kurz vor Antritt einer EU-Auslandsreise, so Telefónica. Anzumerken sei, dass der Wechsel zurück zur »EU Roaming Flat« mit Zusatzkosten verbunden ist: Während die Option in vielen Tarifen kostenlos enthalten ist, fallen bei einem Wechsel von einem EU-Tarif zurück zu dieser Option monatlich 4,99 Euro an.

Kunden sollen sich bei der Wahl des Roaming-Tarifes auch Gedanken über ihre persönliche Smartphone-Nutzung im Ausland machen. Laut Telefónica würden viele Verbraucher ihr Smartphone oder Tablet im Ausland anders nutzen als zu Hause. Nicht selten verschiebe sich auf Reisen die gewohnte, persönliche Liste der meistgenutzten Apps: Statt der vielleicht sonst üblichen Firmen-E-Mails, Apps für Geschäftsreisen und anderer, datenintensiver Apps rücken im Urlaub oftmals allgemeine Nachrichten-Apps, das E-Paper der Heimatzeitung oder Offline-Hörbücher für das Relaxen am Strand oder Pool stärker in den Fokus. Damit reduziere sich auch der Datenverbrauch, so dass im Ausland ein kleineres Datenvolumen ausreiche, als zu Hause. Welche Tarif-Option zu welchem Kunden passt, hängt demzufolge ebenso stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab.

Quelle und Bild: Telefónica Blog

 
+++ Anzeige +++