Kein erhöhtes Hirntumor-Risiko wegen Mobilfunk

Drittes Teilergebnis der WHO-Interphone-Studie veröffentlicht

02. Dezember 2004
Schadet Mobilfunk der Gesundheit oder nicht? Diese Frage ist immer noch sehr umstritten und immer wieder werden Untersuchungen und Studien durchgeführt, die hin und wieder sehr widersprüchliche Ergebnisse liefern. Die neueste Untersuchung kommt aus Schweden und besagt: «Es gibt keine Anzeichen, die auf ein erhöhtes Hirntumorrisiko durch Handynutzung hindeuten».

Das ist das Ergebnis einer soeben abgeschlossenen schwedischen Teiluntersuchung im Rahmen des Interphone-Projektes der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das auch für Langzeitnutzer und Personen, die viel telefonieren, gilt. Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von Daten zu 644 Hirntumorpatienten und 674 Vergleichspersonen.

Die Teilstudie untersuchte auch die Häufigkeitsentwicklung von Hirntumoren in den vergangenen Jahrzehnten in Skandinavien. In den späten 70er und frühen 80er Jahren, als der Mobilfunk noch keine weit verbreitete Technologie war, wurde dabei eine Erhöhung der Hirntumorrate in den skandinavischen Ländern festgestellt, die sich allerdings überwiegend auf die höchsten Altersgruppen beschränkt und überdies mit der Einführung verbesserter Diagnoseverfahren wie der Computertomographie einhergeht. Dagegen sei die Hirntumorrate seit 1984 mit der Einführung der Mobiltelefonie stabil geblieben oder sogar leicht zurückgegangen.

Hierbei handelt es sich um das dritte Zwischenergebnis der Interphone-Studie. Im Rahmen dieser im Oktober 2000 gestarteten Studie erforschen Teams aus 13 Ländern den Zusammenhang zwischen Handynutzung und dem Risiko von Hirntumorerkrankungen. Eine abschließende Bewertung wird erst mit der Veröffentlichung der internationalen Auswertung möglich sein.

Die Interphone-Studie wird von der WHO koordiniert. Sie wird nach einem gemeinsam verfassten Studienprotokoll auf gleiche Weise in 13 Ländern durchgeführt. Neben Deutschland sind die skandinavischen Länder, Großbritannien, Frankreich, Italien, Israel, Australien, Neuseeland, Japan und Kanada beteiligt.

Darüber hinaus haben die deutschen Mobilfunknetzbetreiber gemeinsam mit der Bundesregierung das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Erkenntnisse über biologische Wirkungen und Mechanismen elektromagnetischer Felder zu vertiefen und vorhandene Wissenslücken zu schließen. Bis voraussichtlich 2006 werden unter der Leitung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) mehr als 50 Forschungsprojekte durchgeführt.

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