Erfolgsgeschichte: Die SIM-Karte wird 15

Vom Sicherheitsmodul zum Multimedia-Talent

22. August 2006
1991 lieferte der Münchner Smart Card Hersteller Giesecke & Devrient (G&D) erstmals 300 SIM-Karten an das finnische Mobilfunkunternehmen Elisa, das damals noch Radiolinja hieß. Seitdem ist die kleine Chipkarte im Mobiltelefon mit über fünf Milliarden weltweit verkaufter Stück zum erfolgreichsten Chipkartentyp überhaupt avanciert. Und: Die SIM-Karte hat seit ihrer Markteinführung vor 15 Jahren stark an Leistungsfähigkeit hinzu gewonnen.

Anfangs war die SIM-Karte dazu bestimmt, die Mobiltelefonie in GSM-Netzen ebenso sicher zu machen wie das Telefonieren im Festnetz. Dazu sollte sie die Identität des Mobilfunkkunden eindeutig feststellen, um den Missbrauch mobiler Netzwerke zu vermeiden. Außerdem sollte sie die Vertraulichkeit der Nutzerdaten gewährleisten. Zweites, wichtiges Funktionsmerkmal war ihre Flexibilität: Die SIM-Karte ließ sich bei einem Handywechsel einfach weiter verwenden.

Die ersten SIM-Karten kosteten 1991 ungefähr 15 Euro und hatten eine sehr geringe Speicherkapazität von nur drei Kilobyte für spezifische Nutzerdaten sowie eine relativ begrenzte Rechenleistung. Die heutzutage meistverkaufte SIM-Karte bietet 64 Kilobyte dieses Speicherplatzes und ist zu einem Bruchteil des Preises von 1991 zu haben. Die Kombination mit klassischen Speichermedien (Flash-Memory) erweitert das Aufgabenspektrum der Karte deutlich. Mit Speicherkapazitäten im Mega- beziehungsweise Giga-Bereich wird sie zu einem standardisierten Medium für eine Vielzahl sicherer, mobiler Mehrwertdienste wie Entertainment, Payment und Ticketing. Die kommende Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle zwischen SIM Karte und Mobiltelefon wird auch eine effiziente digitale Rechteverwaltung für herunter geladene Dateien ermöglichen.

Der Ausblick in die Zukunft: Mit der GalaxSIM-Karte mit bis zu 512 Megabyte Speicherkapazität wird das Speichern von Musikdateien, Videoclips, aber auch von umfangreichen Telefonbüchern möglich. ProxSIM, die SIM-Karte von G&D mit Kontaktlos-Schnittstelle, kann Daten berührungslos zwischen dem Handy und einem Lesegerät austauschen. Damit sollen zum Beispiel Elisa-Kunden Tickets durch bloßes Vorbeiziehen ihres Mobiltelefons an einem Lesegerät kaufen und entwerten können.
 
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