Bundesnetzagentur: Daten zu Anschlüssen, Daten- und Minuten-Volumen 2014

Statistik: Mehr Breitband-Anschlüsse, mehr Wettbewerb, mehr Datenvolumen

13. Mai 2015

In ihrem Jahresbericht 2014 hat die Bundesnetzagentur unter anderem auch Zahlen zu den Nutzern und Nutzung von Telefonie und Internet in Deutschland bekannt gegeben. so ist die Zahl der Breitband-Anschlüsse insgesamt gestiegen und die Telekom-Wettbewerber konnten weitere Marktanteile im Festnetz gewinnen. Das Datenvolumen ist im vergangenen Jahr sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk deutlich angestiegen. Bei Telefonie dagegen sinken die Minuten-Zahlen im Festnetz. diese und weitere interessante Entwicklungen haben wir für Sie in dieser Meldung zusammengefasst.

Festnetz: Mehr Breitband und mehr IP-Anschlüsse

Bei den klassischen Telefonanschlüssen setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Die häufigsten Anschlüsse in den Festnetzen waren 2014 nach wie vor Analoganschlüsse. Ihre Anzahl ging allerdings weiter zurück - um ca. 16 Prozent auf schätzungsweise etwa 12 Mio. Gleichzeitig reduzierte sich der Bestand an ISDN-Basisanschlüssen auf gut 7,6 Mio. - ebenfalls minus ca. 16 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr ging die Anzahl dieser Anschlüsse jeweils zurück.

Dagegen ist die Zahl der Sprachzugänge über DSL-Anschlüsse (Komplettanschlüsse) sowie die Telefonie über HFC-Netze (Hybrid-Fibre Coax) weiter gewachsen. Im Jahr 2014 erhöhte sich der Gesamtbestand an VoIP über DSL-Anschlüsse auf geschätzte 11,1 Mio., was einem signifikanten Anstieg von etwa 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, teilt die Bundesnetzagentur mit. Dieser resultiert vor allem aus den Umstellungen bei der Deutschen Telekom, die ihre Kunden auf IP-Anschlüsse umstellt. Insgesamt werden klassische Telefonanschlüsse nach und nach durch IP-basierte Technologien ersetzt.

Auch bei den Wettbewerbern der Deutschen Telekom ist der Trend weg von Analog- und ISDN- Anschlüsse zu IP-Anschlüssen zu beobachten, die inzwischen etwa 79 Prozent ausmachen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben die alternativen Anbieter Ende 2014 insgesamt schätzungsweise 16,2 Mio. Telefonanschlüsse verzeichnet. Insgesamt boten Ende 2014 etwa 200 alternative Teilnehmernetzbetreiber Telefonanschlüsse an.

Gesamtbestand an Telefonanschlüssen und -zugängen 2014
Gesamtbestand an Telefonanschlüssen und -zugängen 2014 (Bild: Bundesnetzagentur)

Mehr Breitband-Anschlüsse und höhere Wettbewerber-Anzeile

Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse stieg im Jahr 2014 auf insgesamt 29,6 Mio. Dies entspricht einem Plus von rund 0,9 Mio. Der Großteil der Breitbandanschlüsse (23,3 Mio.) basiert derzeit auf Kupferdoppeladern (DSL) sowie auf Kupferkoaxialkabeln von HFC-Netzen (5,9 Mio.). Die Entwicklung der Zahlen zeigt, dass viele Kunden für Internet und Telefonie zu Technologien wie beispielsweise dem TV-Kabel wechseln. Die Verbreitung von Glasfaseranschlüssen (FTTB/FTTH) bleibt weiterhin relativ gering, ebenso wie die Nachfrage nach Breitbandanschlüsse über Satellit.

Der Großteil der vermarkteten und nachgefragten Breitbandanschlüsse liegt weiterhin im mittleren Bandbreitenkorridor mit Übertragungsgeschwindigkeiten von maximal 30 MBit/s. Jedoch war 2014 auch eine Zunahme des Angebots sowie der Nachfrage besonders hochbitratiger Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von mindestens 30 bzw. 100 MBit/s festzustellen, schreibt die Bundesnetzagentur. Hier konnte ein Zuwachs von über fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr beobachtet werden.

Im Hinblick auf die Vermarktung gegenüber Endkunden erreichten die Wettbewerber der DT AG im Jahr 2014 einen Anteil von rund 58 Prozent. Hiermit konnten sie ihren Anteil auf dem Breitbandmarkt wiederholt leicht ausbauen. Die Anteilsgewinne der letzten Jahre werden insbesondere durch Unternehmen getragen, die HFC-Netze betreiben. Bei den DSL-Anschlüssen entfielen auf direkte Endkunden der Deutschen Telekom Ende 2014 ca. 12,3 Mio. DSL-Anschlüsse. Davon basierten rund 1,8 Mio. Anschlüsse auf VDSL. Von alternativen Anbietern wurden insgesamt ca. 11 Mio. DSL-Anschlüsse an Endkunden vermarktet. Hieraus resultiert ein Marktanteil von rund 47 Prozent. Dabei konnten etwa 1,0 Mio. VDSL-Anschlüsse von Wettbewerbern an eigene Endkunden vermarktet werden.

Breitband-Datenvolumen

Das Datenvolumen ist bei Breitband-Anschlüssen auch 2014 stark angestiegen. Nach vorläufigen Berechnungen der Bundesnetzagentur lag das durchschnittliche Datenvolumen bei rund 27 GB pro Monat. Damit nahm das erzeugte Volumen um fast ein Viertel innerhalb eines Jahres zu. Insgesamt stieg das über Breitbandanschlüsse in Festnetzen abgewickelte Datenvolumen auf etwa 9,3 Mrd. GB an. Die Verkehrsmengen des IPTV-Dienstes der Deutschen Telekom seien nicht in die Berechnung einbezogen worden.

Telefonie-Minuten im Festnetz

Das Gesamtvolumen der abgehenden Gesprächsminuten im Festnetz ist weiter rückläufig und lag Ende 2014 bei schätzungsweise 154 Mrd. Minuten. Während 132,5 Mrd. Gesprächsminuten innerhalb der nationalen Festnetze verblieben, wurden etwa 11,5 Mrd. Gesprächsminuten in ausländische Fest- und Mobilfunknetze sowie ca. 9,9 Mrd. Minuten in nationale Mobilfunknetze geleitet. Neben einer Verlagerung der Gespräche in die Mobilfunknetze nennt die Bundesnetzagentur auch andere Kommunikationsdienste wie Instant Messaging als Ursachen für diese rückläufige Entwicklung.

Im Jahr 2014 entfielen etwa 74 Mrd. Gesprächsminuten auf die Wettbewerber der Deutschen Telekom, teilt die Bundesnetzagentur weiter mit. Die Masse dieser Minuten wurde IP-basiert (52 Mrd. Minuten) abgewickelt. Auf Basis von klassischen Analog- oder ISDN-Anschlüssen geführte Gespräche (17 Mrd. Minuten) verloren hingegen weiter an Bedeutung.

Indirekt geführte Gespräche in Rahmen von Call-by-Call sowie Preselection hatten am Gesamtvolumen der über alternative Anbieter geführten Gesprächsminuten Ende 2014 noch einen Anteil von knapp sieben Prozent. In Summe wurden somit etwa fünf Mrd. Minuten indirekt über alternative Anbieter geführt. Das via Call-by-Call geführte Sprachvolumen wird weiterhin von den mittels Preselection geführten Gesprächsminuten übertroffen. Die Zahl der Preselection-Einstellungen im Netz der Deutschen Telekom betrug Ende 2014 schätzungsweise rund eine Million.

Statistik: Telefonie-Minuten über alternative Anbieter (2009-2014)
Telefonie-Minuten über alternative Anbieter (Bild: Bundesnetzagentur)

Weniger aktive Mobilfunk-Karten

Im Mobilfunk meldeten die Netzbetreiber Ende 2014 insgesamt 112,63 Mio. aktive SIM-Karten. Die Verringerung gegenüber Ende 2013 (115,23 Mio.) sei durch die Bereinigung um längerfristig inaktive Karten zustande, erklrät die Bundesnetzagentur. Ein Anteil von 5,2 Mio. des SIM-Karten-Bestandes wurde für die Datenkommunikation zwischen Maschinen (M2M) eingesetzt (Ende 2013: 4,3 Mio.). Statistisch entfallen auf jede Einwohnerin bzw. jeden Einwohner 1,4 Karten.

Zweit- und Drittgeräte sind aber nicht ständig in Gebrauch, sodass die Anzahl der ausschließlich aktiv genutzten SIM-Karten geringer ist. Bei der Zählung von aktiv genutzten SIM-Karten werden Karten erfasst, über die in den letzten drei Monaten kommuniziert wurde oder zu denen eine Rechnung in diesem Zeitraum gestellt wurde. Auf dieser Basis ergab sich Ende 2014 nach Erhebungen der Bundesnetzagentur eine Anzahl von 108,20 Mio. aktiven SIM-Karten (Ende 2013: 107,65 Mio.).

Über eine halbe Million SIM-Karten wurden stationär genutzt. Die Zahl der aktiven SIM-Karten, die LTE nutzten, wuchs bis Ende 2014 auf 13 Mio. Immer mehr der aktiven SIM-Karten sind Postpaid-Karten. Ende 2014 betrug deren Anteil 58 Prozent gegenüber 57 Prozent Ende 2013.

Datenvolumen im Mobilfunk deutlich gestiegen

Das mobile Datenvolumen steigt weiter steil an. 2014 wurden 393 Mio. GB an Daten über die Mobilfunknetze übertragen (2013: 267 Mio. GB). Um mobile Datenübertragungsdienste zu nutzen, wurden noch einmal erheblich mehr SIM-Karten in UMTS- und LTE-fähigen Geräten verwendet. 52,6 Mio. waren es 2014 gegenüber 36,9 Mio. im Vorjahr.

Mit 111 Mrd. Minuten wurden 2014 von deutschen Mobilfunkteilnehmern im Inland nur wenig mehr abgehende Gespräche geführt als in den Jahren zuvor (2013: 110 Mrd. Minuten). Die Nutzung des Kurznachrichtendienstes (SMS) ging im Jahr 2014 weiter zurück (wir berichteten).

Den kompletten Bericht stellt die Bundesnetzagentur auch zum Download unter www.bundesnetzagentur.de/berichte bereit.

 
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