Telekom schließt Balderschwang an Glasfaser-Netz an

Tempo für Festnetz und Mobilfunk bis in die Berge

07. Juni 2019

Die Telekom hat Balderschwang an sein Glasfaser-Netz angeschlossen. eigentlich nichts besonderes, doch es handelt sich um die Gemeinde mit dem höchstgelegenen Ortskern in Deutschland. Der Weg für die 24 Kilometer Gleisfaser-Leitung führte mitten durch die Allgäuer Alpen, so die Telekom. Deshalb haben Natur- und Landschaftsschutz bei diesem Projekt eine besondere Rolle gespielt. Dafür seien in Balderschwang ab sofort Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Festnetz möglich. Im Zuge des Ausbaus wurde der Mobilfunk-Standort auf dem Gelbhansekopf mit Glasfaser angebunden und mit LTE ausgestattet.

Alphornbläser von Balderschwang
Telekom: Glasfaser bis in die Berge (Bild: Deutsche Telekom)

Balderschwang lebt vom Tourismus. Eine gute Internetanbindung vor Orts ist also wichtig. Denn ein funktionierendes WLAN sei für Hotelgäste heute oft noch wichtiger als der Fernseher, so Konrad Kienle, 1. Bürgermeister von Balderschwang. Der Netz-Ausbau ist daher für die Gemeinde wichtig. Beim Verlegen der Kabel sei jedoch der Schutz der Natur auch sehr wichtig.

Laut Telekom waren für das Projekt umfangreiche Planungen notwendig. Erste Gespräche fanden bereits Anfang 2018 statt. Neben den Gemeinden mussten auch die Eigentümer entlang der Trasse eingebunden werden. Ämter wie Wasserwirtschaft, Naturschutz, Forstwirtschaft mussten dem Vorhaben zustimmen. Im Mai 2018 wurden der Trassenverlauf festgelegt und Baugenehmigungen eingeholt. Gemeinsam mit der unteren Naturschutz-Behörde wurde ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt. Baubeginn war im Juli. Für den Ausbau gab es nur ein schmales Zeitfenster, denn im Ausbau-Gebiet herrschen immer wieder extreme Witterungsbedingungen, erklärt die Telekom weiter. Jederzeit hätten Gewitter oder Schneefall den Ausbau stoppen können. Wegen des trockenen Sommers 2018 kamen die Ausbau-Arbeiter jedoch gut voran.

Der Truppe für den Tiefbau bestand aus vier Arbeitern, drei Baggern, einem Muldenkipper und einem Vierachs-LKW, so die Telekom weiter. Einer der Bagger wurde als Kabelpflug genutzt. Im Schritt-Tempo bewegte sich der Tross durch die grüne Landschaft. Zum Teil standen die Maschinen in einem Gefälle von 40 Prozent. In der Nähe der Hütte Obere Wilhelmine Alpe erreichte der Ausbau-Trupp den höchsten Punkt bei über 1.500 Metern. Über weite Strecken konnte das Leerrohr für das Glasfaser-Kabel eingepflügt werden. Die gezogene Furche wächst in wenigen Wochen wieder zu, so die Telekom. Der Abschluss-Bericht zur Umwelt-Baubegleitung kam zum Schluss: »Aus Sicht der Umweltbau-Begleitung wurden die Eingriffe in Natur und Landschaft während der Bauphase minimiert«.

Ab November fanden in Balderschwang letzte Tiefbauarbeiten statt. Außerdem wurden die notwendigen Verteilerkästen gestellt. Anfang 2019 war das eigentliche Ausbau-Projekt abgeschlossen. In den folgenden Wochen wurden die Voraussetzungen geschaffen, um die Anschlüsse in den IT-Systemen buchbar zu machen.

Durch den Ausbau ist Balderschwang auch für weitere Ausbauschritte vorbereitet. In der Betriebsstelle in Balderschwang steht ein Optical Line Terminal. Diese Maschine ist notwendig, um Glasfaser bis ins Haus anzubieten. Das Neubaugebiet wurde deshalb bereits mit einem Glasfaser Netzverteiler ausgestattet. Der Mobilfunk-Standort wird in der zweiten Jahreshälfte auf Single RAN umgestellt. Damit soll sichergestellt werden, dass der Standort in Zukunft bei steigendem Bedarf schnell angepasst werden kann.

 
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