NRW: Schulen und Gewerbe warten weiter auf schnelles Netz

Zwischenbilanz zu Mobilfunkpakt und Gigabit Masterplan

14. Februar 2019

Der NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart zeigt sich mit dem Ausbau von Mobilfunk- und Glasfasernetzen in Bundesland zufrieden. Auch der Ausbau von Glasfasernetzen komme voran, so der FDP-Politiker. Am Dienstag hat er eine Zwischenbilanz zu Mobilfunkpakt und Gigabit Masterplan gezogen.

Breitband-Anschlusskabel

Zwischenbilanz Mobilfunkausbau in NRW

Aktuell seien 99 Prozent der Haushalte in Nordrhein-Westfalen durch mindestens einen Anbieter mit schnellem Mobilfunk der vierten Generation (LTE) versorgt. Damit sei dieses Ziel des NRW-Mobilfunkpaktes bereits erreicht, so das NRW-Wirtschaftsministerium. Mit dem Mobilfunkpakt haben das Land und die Mobilfunknetzbetreiber Teléfonica Germany, Telekom Deutschland und Vodafone im vergangenen Sommer festgelegt, insgesamt 99 Prozent der Haushalte in NRW bis Ende 2019 mit verlässlicher Sprachtelefonie und schnellem mobilen Internet zu versorgen. Bis Sommer 2021 sollen außerdem 1.350 LTE-Basisstationen neu errichtet und weitere 5.500 bestehende aufgerüstet werden, um die Versorgung in der Fläche zu verbessern.

Laut Mitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums wurden alleine im zweiten Halbjahr 2018 mehr als 100 LTE-Basisstationen neu errichtet und mehr als 950 auf LTE umgerüstet. Für das Jahr 2019 sehe die Planung der Mobilfunknetzbetreiber die Neuerrichtung von rund 400 LTE-Basisstationen sowie die Aufrüstung von mehr als 1.200 Basisstationen auf LTE vor.

Auch sollen »weiße Flecken« in vielen Regionen bereits beseitigt worden sein. Beispielhaft werden geschlossene Lücken an den Autobahnen A46 und A57 sowie an der ICE-Strecke Kamen-Dortmund genannt.

»Wir sehen, dass der Mobilfunkpakt und unser Gigabit Masterplan greifen und begrüßen, dass die Netzbetreiber zu ihren Verabredungen stehen«, so Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Aber es gäbe noch eine Menge zu tun.

Glasfaser-Ausbau kommt nur langsam voran

Bei den Glasfasernetzen kommt es dagegen nur langsam voran. Mit dem Gigabit Masterplan haben das Land, die führenden Netzbetreiber und die Branchenverbände eine Zusammenarbeit vereinbart, um den Ausbau flächendeckender gigabitfähiger Netze bis 2025 sicherzustellen. Demnach sollen bis 2022 sollen alle Gewerbegebiete und Schulen angeschlossen sein. Der aktuelle Zwischenstand:

Von den 5.500 Schulen in Nordrhein-Westfalen verfügen aktuell 16 Prozent über einen Glasfaseranschluss. Allerdings soll der Anteil durch derzeit bereits laufende und geplante Ausbauprojekte bis Ende 2020 auf 60 Prozent steigen.

Ebenfalls bis Ende 2020 sollen 37 Prozent der Gewerbegebiete an das Gigabitnetz angebunden sein. Aktuell sind erst 9 Prozent der kommunalen Gewerbegebiete vollständig mit Glasfaseranschlüssen versorgt. Weitere 17 Prozent seien teilweise erschlossen, so die Zwischenbilanz des NRW-Wirtschaftsministeriums.

Bei den privaten Haushalten sieht es auf den ersten blick besser aus. 98 Prozent der NRW-Haushalte verfügen nach Abschluss der laufenden Ausbauprojekte über Internet mit mindestens 50 MBit pro Sekunde, so Pinkwart. Allerdings müssen die verbliebenen zwei Prozent auch weiter auf schnelle Anschlüsse warten. Für sie müssten die Kommunen erst die geförderte Erschließung beantragen.

Und: Etwa 25 Prozent der Haushalte seien sogenannte »graue Flecken«, so das Landeswirtschaftsministerium. Diese können derzeit aufgrund der sogenannten »Aufgreifschwelle« nicht gefördert werden. Hier sei der Bund aufgefordert, zügig die europarechtliche Genehmigung zur Förderung einzuholen, so der Fazit des Ministeriums.

Quelle: Mitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums

 
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