Mobile Payment: So funktioniert die Zahlungsmethode

Die Entwicklung von Zahlungsmethoden bringt immer wieder neue Technologien an den Tag. Mobiles Payment ist in aller Munde und nimmt auch in Deutschland mehr und mehr Raum ein. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PWC hat bereits 2014 eine umfassende Marktbetrachtung mit dem Titel Mobile Payment in Deutschland 2020 erstellt. Diese Studie hat gezeigt, dass der Markt für mobile Bezahlsysteme hart umkämpft und sehr dynamisch ist. Bis 2020 wird der Markt voraussichtlich noch stark weiterentwickeln.

Mobile Payment
Virtuelles Shopping erfordert virtuelles Payment (Bild: Designed by Freepik)

Für Endverbraucher ist folgendes wichtig zu wissen: Damit die Mobile Payment funktioniert, braucht es ein Smartphone nebst passender App. Was hinter dem Begriff Mobile Payment generell steckt, ist Thema dieses Beitrags.

Die Bedeutung von Mobile Payment

Mobile Payment bedeutet, dass genutzte Dienstleistungen oder Produkte mit einem mobilen Endgerät wie dem Smartphone bezahlt werden. Beim Mobile Payment lässt sich zwischen vier verschiedenen Varianten unterscheiden:

  1. Bezahlung ausschließlich mit dem Smartphone, zum Beispiel über Paybox.
  2. Bezahlung über die Telefonrechnung des Telekommunikationsanbieters.
  3. Bezahlung mit herkömmlichem Bezahlsystem, zum Beispiel PayPal oder Sofortüberweisung.
  4. Bezahlung offline im Geschäft mittels Handy und Kartenlesegerät.

Bei der zuletzt genannten Variante handelt es sich um eine relativ neue Zahlungsweise, die sicherer ist, als die unter den Punkten 1 bis 3 genannten. Grund ist, dass der Datenaustausch zwischen dem Mobiltelefon und dem Abrechnungssystem im Geschäft über kurze Distanz (wenige Zentimeter) funktioniert. In diesen Datenfluss können sich Dritte nur dann einwählen, wenn sie mit dem eigenen Handy in unmittelbarer Nähe die Daten abfangen. Wegen der hohen Sicherheit ist die zuletzt genannte Bezahlvariante dazu geeignet, sich in naher Zukunft immer mehr durchzusetzen.

Händler rüsten mit Hinblick darauf ihre angebotenen Zahlungsalternativen auf und bieten ihren Kunden immer öfter auch die vierte Zahlvariante an. Das ist kundenfreundlich einerseits und sorgt andererseits dafür, dass ein Unternehmen konkurrenzfähig bleibt.

Bargeld verschwindet langsam aus dem Alltag
Bargeld verschwindet langsam aus dem Alltag (Bild: iStockphoto.com/mipan)

Android und iOS: Zahlung mit dem Smartphone

Die Zahlung per Mobile Payment ist mit dem iPhone in Amerika schon länger möglich. In Deutschland solle es bald zum Beispiel über das iPhone SE funktionieren, das um die 500 Euro kostet. Grundsätzlich muss ein Smartphone NFC-fähig sein, um beim Mobile Payment mitzumischen, egal ob es mit dem Betriebssystem iOs oder Android läuft.

Die Anschaffung eines neuen Gerätes oder der Abschluss eines neuen Vertrages ist in vielen Fällen erforderlich, soll Mobile Payment nutzbar sein. Doch neue Geräte mit neuer Technik haben auch immer ihren Preis. Falls das nötige Geld für ein neues Smartphone nicht auf dem Sparkonto liegt, gibt es jedoch auch andere Optionen. Eine gute Möglichkeit ist beispielsweise ein unkomplizierter Kleinkredit, der auch bereits für Summen unter 1.000 € vergeben wird – perfekt also, wenn man sich einen kleineren Wunsch wie ein neues Smartphone erfüllen möchte. Im Internet kann nachgelesen werden, welche Voraussetzungen für die Aufnahme eines Kleinkredits bestehen und wie sich die Chance auf einen Kredit generell erhöhen lassen.

Ein Leben ohne Smartphone ist zukünftig nicht mehr vorstellbar, soll das Bargeld doch bald ganz aus dem Verkehr gezogen werden und die digitalen Bezahlvarianten an dessen Stelle treten. Die Zahl der Smartphone-User spricht laut eines Berichtes von BITKOM für sich: Im Jahr 2015 nutzten 44 Millionen Deutsche ein Smartphone, Tendenz steigend. Zudem hat bereits jeder fünfte junge Smartphone-Nutzer mit dem Handy online eingekauft.

Die Smartphone-Anbieter und Finanzdienstleister sehen sich damit einer großen Herausforderung gegenüber, denn sie müssen Anwendungen entwickeln, die leicht verständlich, effektiv und nutzerfreundlich sind – für alle Altersklassen.

Apple Pay: So läuft Mobile Payment ab

Mit dem richtigen iPhone ausgestattet, das über einen NFC-Chip verfügt, ist Apple Pay nutzbar. Die Dienstleister wie zum Beispiel in der Gastronomie oder im Einzelhandel, die Apple Pay anbieten, weisen ein entsprechendes Symbol an der Kasse auf. NFC bedeutet Near Field Communication und drückt aus, dass der Datenaustausch über kurze Distanz funktioniert. Wie oben beschrieben sendet die Kasse die Bezahldaten ans Smartphone, der Nutzer bestätigt diese und löst die Zahlung aus. Mit wenigen Schritten ist der Zahlungsvorgang digital abgewickelt. Das Problem ist, dass in Deutschland offiziell noch kein Apple Pay läuft, doch in den Niederlanden, in der Schweiz, in den USA, Großbritannien und in Japan ist es bereits an der Tagesordnung. Diverse Meldungen in Fachzeitschriften und Tageszeitungen lässt darauf schließen, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis diese Apple-spezifische Zahlungsmethode auch hierzulande verfügbar ist.

Bezahlen mit NFC-Smartphone am Zahlungsterminal
Durch das Anhalten eines NFC-fähigen Smartphones an den Zahlungsterminal erfolgt der Zahlungsprozess innerhalb weniger Sekunden (Bild: © ALDI SÜD)

Bargeldlos im deutschen Supermärkten und Geschäften per Wallet-App bezahlen

Die Discounter Aldi und Lidl bieten es bereits seit 2015 an, Rewe zog 2016 nach: NFC Zahlung mit dem Android Smartphone. Genutzt wird eine so genannte Wallet-App (Wallet=Portemonnaie), die mit der Kasse kommuniziert und die Zahlung übernimmt. Die Abbuchung des Betrags vom gekoppelten Bankkonto oder der Kreditkarte erfolgt automatisch. Allerdings ist diese Art der Zahlmethode bei deutschen Verbrauchern noch nicht weit verbreitet. Viele Verbraucher scheuen sich, eine weitere Bezahlmethode zu akzeptieren, bei der sie den Geldfluss nicht im Blick behalten können. Aus diesem Grund gibt es inzwischen auch Wallet-Apps, die nach dem Prepaid-Prinzip funktionieren. Dort laden User ihr Guthaben auf und umgehen das Risiko, ihr Konto über Gebühr zu belasten.

Die Apps für das Smartphone sind allerdings noch immer Insellösungen, nicht alle Apps funktionieren auch bei allen Dienstleistern. Die Funktionsweise indes ist immer gleich, doch so mancher Mobilfunkanbieter fährt eine Sonderlösung. Das Problem: Das Bezahlterminal im Geschäft muss den speziellen Wallet-Dienst unterstützen. Tut es das nicht, können Kunden nicht über diesen Weg zahlen.

NFC: über kurze Distanzen Daten austauschen und kleine Beträge digital zahlen

Fazit: Gute Idee, aber in der Praxis noch nicht ausgereift

Noch stößt das mobile Bezahlen bei den Verbrauchern in Deutschland auf Zurückhaltung. Eine Deloitte-Studie zeigt dass es weniger grundsätzliche Berührungsängste sind, sondern eher die fehlenden guten Gründe. Zwar spielen Sicherheitsbedenken eine wichtige Rolle, das Hauptargument gegen das Bezahlen per Smartphone sei jedoch der fehlende erkennbare Mehrwert, den die Hälfte der Befragten als Grund nennt. Auch findet etwa ein Zehntel der Studie-Teilnehmer das Ganze zu kompliziert.

Gut und kundenfreundliche wäre es, wenn es eine einheitliche Lösung gäbe, die von allen Dienstleistern akzeptiert wird. Derzeit konkurrieren zu viele Apps um die Nutzung und das Angebot ist unübersichtlich und zersplittert. Verbraucher, die diese Bezahlmethode ausprobieren wollen und ein NFC-fähiges Smartphone besitzen, sollten damit zum Beispiel bei ihrem Supermarkt anfangen, bei dem sie regelmäßig einkaufen. Nach und nach lässt sich die Aktivität auch auf andere Geschäfte ausweiten, denn mit wachsender Erfahrung und der damit zusammenhängenden wachsenden Nachfrage der User müssen die Zahlungsanbieter nachziehen und werden vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft eine Generallösung präsentieren. Bis es soweit ist, stehen Verbrauchern nach wie vor alternative Zahlungsmethoden wie Girocard, Kreditkarte oder Bargeld offen.

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