Powerline-Adapter – Internet aus der Steckdose

Der Internetanschluss über das Stromnetz war vor allem in Gegenden mit schlechter Infrastruktur eine Möglichkeit, trotz schlechter Verfügbarkeit eine hohe Bandbreite zu erzielen. Diese Technik der Datenübertragung ist nicht neu. Auch verschiedene Babyfone nutzen zur Weiterleitung der Signale das Stromnetz als Trägerfrequenzanlage. Dennoch wird die Technik fast ausschließlich nur noch für Heimnetzwerke eingesetzt.

Die alternative Internetversorgung über Powerline Communication (PLC) ist im Vergleich zu Anschlüssen über DSL-, Kabelmodem oder der neuen VDSL-Vectoring Technik kaum verbreitet. Bei der Verteilung im Haus jedoch kann die Technik mit vielerlei Vorteilen überzeugen.

Bei den Hausanschlüssen waren vor allem hohe Funkabstrahlungen zwischen Trafostation und Haus verantwortlich dafür, dass sich das System nicht durchsetzen konnte. Außerdem durfte die Distanz zwischen den beiden Punkten nicht mehr als 300 Meter betragen.

Internetanschluss über die Stromleitung
Internetanschluss über die Stromleitung: In Deutschland ein Auslaufmodell (Bild: pixabay © stevepb)

Vorteile bei der Inhouse Verteilung

Der Aufbau eines lokalen Netzwerks über einen Powerline-Adapter macht sich die vorhandene Infrastruktur im Haus zu Nutze. Es ist nicht notwendig, zusätzliche Kabel von Raum zu Raum zu verlegen. Über das interne Stromnetz wird das Internetsignal weitergeleitet und mit Hilfe der Adapter an der gewünschten Einsatzstelle verfügbar gemacht. So kann in jedem Raum mit einer Steckdose mit wenig Aufwand ein Onlinezugang eingerichtet werden.

Da bei einem Heimnetzwerk mit drahtloser Verbindung wie WLAN häufig Probleme aufgrund eines schlechten Funksignals auftauchen, ist die Powerline-Technik über das Stromnetz eine gute Alternative. Zudem gilt die Technologie als sehr sicher, da bei der Übertragung der Daten zusätzliche Verschlüsselungsalgorithmen eingesetzt werden.

Einfache Installation

Für eine Internetverbindung muss der Router per LAN-Kabel mit dem eingesteckten Powerline-Adapter verbunden werden. Dasselbe gilt für das Endgerät. Das Netzwerk wird durch Aktivieren der Geräte über eine Taste aufgebaut. Über die Stromleitung findet dann die Datenübertragung statt.

Für jeden weiteren Anschluss wird ein neues Gerät benötigt, es sei denn, die Adapter sind mit mehreren Steckplätzen für LAN-Kabel ausgestattet.

Zusätzliche Funktionen

Das System mit den Adaptern bietet zudem je nach Ausstattung noch weitere technische Möglichkeiten. Ist der Powerline-Stecker mit einem WLAN-Access-Point kombiniert, können auch Mobilgeräte mit dem Internetzugang verbunden werden. Viele Geräte sind zusätzlich mit einer Schutzkontaktsteckdose ausgerüstet. Dann wird die Stromdose nicht komplett blockiert und steht noch für andere Zwecke zur Verfügung.

Internationaler Standard für Übertragungsgeschwindigkeit

Die heutigen Adapter orientieren sich an der technischen Norm G.hn (HomeGrid-Standard). Der von der Internationalen Fernmeldeunion erarbeitete Standard legt unter Anderem bestimmte Übertragungsraten fest und nennt Mindestanforderungen für die technische Ausstattung, damit in Zukunft auch Geräte verschiedener Hersteller miteinander kompatibel sind.

Adapter und Hersteller

Damit Daten über die Stromleitungen übertragen werden können, werden entsprechende Adapter benötigt. Diese werden in eine Steckdose gesteckt und über eine eingebaute Ethernet-Schnittstelle mit einem Endgerät, wie zum Beispiel einem Router, einem Computer oder einer Spielekonsole verbunden. Es werden immer mindestens zwei Adapter benötigt, um Netzwerk-fähige Geräte miteinander zu verbinden. Die günstigsten Sets gibt es bereits ab rund 30 Euro. Die teureren Modelle bieten in der Regel höhere Übertragungsraten und auch WLAN-Funk, um weitere Geräte drahtlos an das Netzwerk anzubinden.

Auf dem Markt finden sich zahlreiche Powerline-Adapter und Sets. Zu den bekanntesten Hersteller in Deutschland gehören (unter anderem):

  • Devolo - »Erfinder« des Internets über die Steckdose; jahrelanger Vorsprung durch Patentschutz der Technik
  • TP-Link - umfangreiches Produktportfolio mit zahlreichen technischen Varianten und Zusatzfunktionen
  • AVM - Hersteller verschiedenster Breitbandgeräte; eigene Software als zentrale Steuerungsmöglichkeit unterschiedlicher angeschlossener Geräte

devolo dLAN Adapter
devolo dLAN Adapter (Bild: devolo)

Strom und Kosten sparen

Insgesamt gesehen verbraucht das Netzwerk über die Steckdosenadapter nicht mehr Strom wie ein WLAN-Router. Bei mehreren Endgeräten addiert sich jedoch der Stromverbrauch mit jedem zusätzlichen Adapter.

Wer in seinem Haushalt bei der steigenden Ausrüstung mit Technik Kosten sparen möchte, sollte zum einen auf einen günstigen Stromanbieter zurückgreifen. Je nach persönlichen Verbrauchswerten kann der passende Tarif bei Stromvergleich.de gefunden werden. Da viele Vertragsabschlüsse mit Bonuszahlungen verbunden sind, lohnt es sich, von Zeit zu Zeit den Anbieter zu wechseln. Auch Vergleichsportale wie Verivox.de oder Check24.de nehmen die einzelnen Tarife unter die Lupe und zeigen Einsparmöglichkeiten auf.

Viele Adapter sind selbst mit einem Stromsparmechanismus ausgerüstet. Wenn das angeschlossene Netzwerkgerät (zum Beispiel Computer oder Spielekonsole) ausgeschaltet wird, wechseln die Powerline-Adapter nach kurzer Zeit in den sparsamen Stand-by-Modus. Bei einigen Geräten kann zudem im »Green Mode« die Leistungsaufnahme reduziert werden. Allerdings wird dabei auch die Übertragungsrate gedrosselt.

Leistung abhängig von der Stromleitung

Der große Nachteil der Technologie liegt in der Anfälligkeit für Störstrahlung. Da die Stromleitungen in der Wand mit anderen Verbrauchsstellen geteilt und dabei von verschiedenen Geräten auch Störimpulse über die Kabel weitergeleitet werden, kann die verfügbare Leistung von Steckdose zu Steckdose verschieden sein.

Wenn im Haus noch ein anderer Verbraucher eingeschaltet wird und Strom benötigt, kann dies die Übertragungsgeschwindigkeit ebenfalls negativ beeinflussen. Zudem spielt die Entfernung der jeweiligen Adapter eine Rolle. Je länger die zu überbrückende Distanz, umso niedriger wird die Datenrate.

Die Hersteller rüsten ihre Adapter mit entsprechenden Filtertechnologien aus, welche die Störsignale weitgehend beseitigen sollen. Praxistests zeigen, dass dies jedoch vor allem beim Einsatz von Energiesparlampen oder bestimmten Ladegeräten noch nicht zufriedenstellend funktioniert. Die Leuchtmittel und Netzteile sorgen für einen spürbaren Einbruch der Übertragungsleistung bei allen Adaptern.

Individuelle bauliche Gegebenheiten ausschlaggebend

Ob auf WLAN-Technik zurückgegriffen wird, oder Powerline-Adapter eingesetzt werden, hängt von zahlreichen individuellen Gegebenheiten vor Ort ab. Wandstärken, verschiedene Baumaterialien, und die Länge der zu überbrückenden Distanzen spielen unter anderem eine Rolle. Bei Vergleichsmessungen in Musterwohnungen konnte kein eindeutiger Favorit erklärt werden. In den meisten Fällen empfiehlt sich eine Kombination aus beiden Technologien, um die besten Übertragungsraten zu erzielen.

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