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Extra-Kosten bei Anrufen ins EU-Ausland müssen wegfallen
Verbraucherzentralen fordern niedrigere Kosten für Telefonate ins Ausland
Mit der neuen Roaming-Verordnung kostet Telefonieren, SMS schreiben und Surfen im EU-Ausland nun so viel wie zu Hause. Dies gilt allerdings nur für Telefonate nach Deutschland. Umgekehrt für Telefonate mit einer deutschen SIM-Karte in ein anderes EU-Land werden höhere Preise berechnet. Genau das kritisieren die Verbraucherschützer. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, diese Gesetzeslücke zu schließen.

Verbraucherzentralen: Extra-Kosten bei Anrufen ins EU-Ausland müssen wegfallen (Bild: iStockphoto.com/AntonioGuillem)
Mit der im Juni 2017 eingeführten »Roam-Like-At-Home« Regelung können Mobilfunkkunden ihren inländischen Tarif zu den gleichen Konditionen im EU-Ausland nutzen können wie zu Hause. Das bedeutet allerdings auch, dass Gespräche im EU-Ausland in ein anderes EU-Land, beispielsweise von Spanien in die Niederlande mit einem deutschen Mobilfunkvertrag, genauso bepreist werden, wie wenn Sie innerhalb Ihres Heimatstaates, also in Deutschland, telefonieren würden. So erklärt die Bundesnetzagentur die Regelung.
Im Schnitt berechnen Mobilfunkanbieter für einen Anruf aus dem Inland in andere EU-Länder circa 60 Cent pro Minute, so der Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Spitzenpreis liege bei 1,99 Euro pro Minute, wie eine BEUC-Umfrage ergeben habe. Damit erzielen Mobilfunkanbieter laut vzbv bei jedem internationalen Anruf durchschnittlich mehr als 5.000 Prozentpunkte Gewinnspanne. »Diese Geldschneiderei der Telekommunikationsunternehmen muss unterbunden werden«, fordert Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Das EU-Parlament hat einen guten Richtlinien-Vorschlag zum europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation vorgelegt. Die Bundesregierung sollte diesen unterstützen.