Telekom Festnetzanschlüsse: IP-Umstellung oder Kündigung

Verbraucherzentrale berichtet über Telekom-Anschreiben

23. September 2014

Die Deutsche Telekom schreibe derzeit ihre Festnetz-Kunden an und schlage ihnen vor, den Anschluss auf IP-Technik umzustellen. Andernfalls müsse die Telekom in absehbarer Zeit den Anschluss kündigen. Dies berichtet die Verbraucherzentrale Sachsen.

Bereits im Februar 2014 hat die Telekom das Ziel angekündigt, alle Festnetz-Anschlüsse bis 2018 auf IP-Technologie umzustellen. Zum Ende des ersten Quartals 2014 waren nach Angaben des Unternehmen bereits 2,6 Millionen Anschlüsse migriert; für dieses Jahr habe das Unternehmen die Marke von 3 Millionen IP-Anschlüssen gesetzt.

Ein IP-Anschluss soll den Kunden einen besseren Kundenservice und erheblich verkürzte Produkteinführungszeiten sowie ein schnelleres Netz mit weniger Latenz ermöglichen, erklärt Telekom-Chef Niek Jan van Damme die Vorteile der neuen Technik. Für den Netzbetreiber bedeutet die Umstellung auch weniger Kosten, da nur eine Internet-Leitung unterhalten werden soll, über die die Kunden auch telefonieren können.

Die internet-Telefonie, auch Voice over IP (VoIP) genannt, bringt für die Nutzer neben neuen Funktionen allerdings auch einige Risiken mit sich. Das Telefonieren ist nämlich nunmehr von einer funktionierenden DSL-Leitung, d. h. etwa von einer funktionierenden Software des Providers wie auch einer ausreichenden Übertragungsqualität der DSL-Leitung abhängig, so die Verbraucherschützer. Außerdem ist die Technik anfälliger für Störungen, was dann zu kompletten Ausfällen der Telefonie führen kann, wie jüngste Beispiele zeigen. Auch im Online-Service-Forum der Telekom beschwert sich eine beachtliche Zahl von Nutzern über wiederkehrende, teils mehrstündliche Ausfälle ihres Festnetztelefons.

Zukünftig werden alle diejenigen, die weiterhin auf ein Festnetztelefon setzen, allerdings kaum an der neuen Technik vorbeikommen und daher deren Nachteile in Kauf nehmen müssen. Juristisch jedenfalls lässt sich nach Ansicht von Henschler zumindest gegen gelegentliche kürzere Störungen kaum etwas unternehmen.

Laut Telekom sollen reine Telefonie-Kunden derzeit nicht betroffen sein. Angeschrieben werden demnach nur Kunden in den 54 VDSL-Städten, bei denen bisherige Leistung so nicht mehr angeboten werden kann.

 
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